Platsch – oder die Schmach von Tarrafal

Platsch – oder die Schmach von Tarrafal

Unsere nette, kleine, meist stromlose Pension in Tarrafal auf Santo Antao (http://de.wikipedia.org/wiki/Santo_Ant%C3%A3o_(Kap_Verde)) bietet neben grossartigen Sonnenuntergaengen und einer noch grossartigeren Koechin namens Zina etwas, was ich tatsaechlich noch nie in der Hand hatte: ein Board zum Wellenreiten. Kanariengelb und knapp 2 m lang klemme ich mir das Ding zwischen Finger und Achselhoehle. Dann locker ab damit an den schwarzen Lavastrand. Strahlender Sonnenschein, leichter Wind, nette Wellen, Beate die mich begleitet, um mich dann gebuehrend zu bewundern. Ideale Voraussetzungen, um der Historie des Wassersports einen weiteren triumphalen Tag hinzuzufuegen.

Der Plan: ein wenig mit dem Brett unter dem Bauch rauspaddeln, eine Welle abwarten, rauf auf das Board, ein wenig in die Knie, die Arme zur Ballance ausgebreitet … elegant ueber die Welle gleiten … die Kuesse der stolzen Ehefrau entgegennehmen. Kann ja nicht sooo schwer sein. Also, das Board ins Wasser … ich hinterher … greife es … will mit dem Bauch drauf hochrutschen … Platsch. Das Scheissteil flutscht unter mir weg. Nicht schlimm, naechster Versuch … Platsch. Naechster Versuch … Platsch. Diese miesen kleinen Wellenreiter-Bubis fixieren das Board wahrscheinlich mit ihren laecherlichen Sixpacks. Na ja, die machen ja sicher auch den ganzen Tag nix anderes. Alle arbeitslos.

Irgendwann krieg ich meinen gestaehlten Koerper doch auf das Brett und paddel einige Meter raus. Geht doch. Jetzt nur noch eine kleine Welle … Platsch. Wieder runter … egal … weiter. Dann endlich … ideale Ausgangsposition … ich liege gut auf dem Board, eine kleine Welle zum Aufwaermen kommt … nur noch eine einzige schnelle, fliessende Bewegung um mit den Fuessen … Platsch. Immerhin, schnell und fliessend war die Bewegung. Leider halt nur nicht auf das Board sondern ins Wasser. Ich muss an den Details der Bewegungsablaeufe noch einen Hauch feilen. Leider ist niemand in der Naehe, dem ich da was abgucken koennte.

Weitere … Platsch … Versuche … Platsch … folgen … Platsch .. Platsch … Platsch. Wie lange ich es geschafft habe, letztendlich auf dem Brett zu stehen? Alles zusammen genommen NOCH NICHT MAL EINE VERDAMMTE SEKUNDE! Nicht eine. Meine Kraefte lassen extrem nach. Ich bin platt. Noch einige Meter schmachvoll zurueck an den Strand schwimmen. Beate ist weise genug, den positiven Aspekt meiner Versuche zu betonen: „Du hast gekaempft.“ Ein Kuesschen. Irgandwann stehe ich mal auf so einem Ding … irgendwann :-)

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