Paläste und Pizzen

Paläste und Pizzen

Nach 1 1/2 Tagen Kekse-Pizzen-Schwarztee Ernährung scheinen sich unsere Magen-Darm-Trakte wieder einzupendeln. Hier und da noch ein leichtes Grummeln, aber nix wildes mehr. Zugegeben, in Indien Pizza zu essen ist 'ne Sünde. Denn mal ehrlich und auch auf die Gefahr empörter Aufschreie hin: letztlich ist italienische Küche im Vergleich zur indischen fade, langweilig, geschmacklos … diplomatisch formuliert. Dabei fällt mir auf, dass ich die Italiener noch nie so recht leiden konnte. Schon als Kind beim Kicken nicht. Die jammerten immer schon bei einem Hauch von Körperkontakt und … aber ich schweife vom Thema ab.

Uns geht es also wieder besser. Gut genug, um in der Stadt der weißen Paläste … genau … weiße Paläste zu besuchen und zu bestaunen. In den traumhaftesten dürfen wir aber leider nicht. Heute ein Hotel ist es nur noch für Gäste. Vor der Reise hatten wir versucht ein Zimmer zu bekommen. Ausgebucht. Na ja, es hätte unser Reisebudget eh dezent gesprengt. Dabei ist die Hintergrundgeschichte zu diesem Palast ganz nett:

Das „Lake Palace Hotel“ (http://www.tajhotels.com/Luxury/Grand-Palaces-And-Iconic-Hotels/Taj-Lake-Palace-Udaipur/Overview.html) auf dem künstlichen See in Udaipur gründet auf der unermesslichen Vergnügungssucht eines Prinzen. Der König war es leid, dem Sohn ständig seine Wasserpaläste zur Verfügung zu stellen. Er wies den Sohnemann an, sich sein eigenes Lustschloss zu bauen. In Folge dieser väterlichen Zurechtweisung entstand hier eines der schönsten romantischen Gebäude der Welt.

Romantik kriegen wir auch ohne das Lake Palace Hotel hin. Denn zum Glück gibt es noch einen zweiten, kleineren Inselpalast im See: der oder das Jag Mandir, erbaut im 16ten Jahrhundert. Jag Mandir diente den Herrschern von Udaipur hauptsächlich als Gästehaus. Der Erbauer des Taj Mahals, Kaiser Shah Jahan, soll hier seine Inspiration für das Taj erhalten haben.

Wir fahren in einem Bötchen rüber und sind gleich mal schwer beeindruckt. Auch von dem Spa-Bereich, den wir uns für eine kleine, persönliche Spende an einen der Angestellten der Palastinsel zeigen lassen. Wie edel das Ding ist, zeigen zwei Zahlen: Rund 60 € kostet eine einstündige Massage. Klingt nicht viel? Na ja, es liegt um 20 € über dem Durchschnittseinkommens im indischen Bundesstaat Kerala. Und Kerala gilt hier als Musterländle.

So, genug geklugscheißert. Hunger! Der nächste Programmpunkt is(s)t … Pizza. Na ja, jeder Urlaub hat halt auch seine weniger schönen Momente.

 

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