No Wi-fi in Paradise

No Wi-fi in Paradise

Die Ankunft hier war ja eher düster und etwas kompliziert. Da unsere Bleibe zwar einen Internetauftritt hat und auch elektronisch errreichbar ist – bei den Einheimischen aber als „Home“ bekannt ist und wir uns beim Nachfragen immer auf den zweiten Teil des Names „Beachfront Hotel“ konzentriert hatten. Zumal „Home“ so im Logo versteckt ist, dass es zwar dekorativ wichtig ist, wir aber auch wegen der Position des Logos eher an den Homebutton gedacht hatten. Wer weiß schon was Webdesigner hier alles rauchen. Nun gut. Die Website scheint eh seit 2009 nicht mehr aktualisiert worden zu sein. Ist auch nicht notwendig. Der Laden läuft auch so. Obwohl keine Buchung über Tripadvisor möglich ist – haben sich doch 37 Leute die Mühe gemacht dort einen Kommentar einzustellen.

Bisher haben wir wenig übers Wetter erzählt. Das hat jetzt sofort ein Ende. In Jaisalmer war es staubtrocken und recht heiß. So staubtrocken, dass mich mein Husten so genervt hat, dass wir Hustensaft gekauft haben. Mit Codein. Einfach so. Gutes Schlafmittel übrigens ;-) Und in Udaipur war das Klima trocken und warm. Ideal quasi. Ganz gute Luft. Aber trocken. In Delhi am Anfang wars vor allem sehr mit Smog vernebelt. Keine gute Luft. Warm wars auch.

Und hier im Süden von Goa? Feucht. Und warm. Auch nachts bei unserer Ankunft. Aber weiche Luft. Wie klebrige Seide. Gut für die Atemwege. Tagsüber geht hier im Schatten des angeschlossenen Restaurants eine angenehme leichte Brise. Unter Palmen. Mit Blick auf die Wellen und das Arabische Meer. Über den etwa 40 Meter breiten und 1 km langen hellen Sandstrand. Vorbei an Kühen und einigen wenigen Fischerbooten.

Wir haben gerade gefrühstückt. Fruit Salad Müsli. Eine überaus leckere Mischung und wir trinken Kaffee. Weil er ist hier trinkbar und sogar lecker. Wie alles was hier auf den Tisch kommt. Die Hotelanlage (das greift etwas hoch) ist ein wunderbares kleines Paradies für gehobene Backpacker-Ansprüche. Für 1.500 Rupien (ca. 22,50 EUR) pro Nacht kann man eins der kleinen aber hübschen Apartments mieten. Mit Ventilator, Moskitonetz und Bad. Nur Kaltwasser – das ist aber bei diesen Temperaturen eher unwichtig. Geführt wird das ganze von einer Britin, die weiß was Touris mögen. Liebevoll eingerichtete einfache Zimmer. Weiß gestrichen. Kleine Veranden davor. Man kann das Meer rauschen hören und die Nachbarn (wenn man Pech hat, so wie in der ersten Nacht) Ansonsten keine Hupen, nur Krähen die einen morgens aus den Federn holen.

Alle sind chillig drauf – viele Briten hier – und Gott sei Dank ist ja gerade kein größeres Fußballevent in der Nähe. Die Bedienungen sind nett. Auch Frauen dürfen hier beim housekeeping mithelfen. Außer einem Jungen der hier Sonntag morgens versucht die Indian Sunday Times loszuwerden hat noch keiner irgendetwas verkaufen wollen. So lässt es sich aushalten. Mit Lesen und Baden. Cappuccino trinken, im Hintergrund läuft irgendein gefälliger Barock-Mix. Zum Glück kein Reggae. Das hatten wir in Udaipur schon bis zum Abwinken. Ab und zu versichern wir uns gegenseitig wie gut wirs doch haben – und erinnern uns an Varanasi. Oder Udaipur. Oder die Wüstentour in Jaisalmer. Oder sind einfach nur hier im Jetzt und genießen. Ja bin ein wenig esoterisch heute. Scheint an der indischen Luft zu liegen.

Achja. Wi-fi gibts hier keins im Paradies… Dafür muss man ein paar Meter gehen..

 

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