Edel Abkotzen

Edel Abkotzen

Britischer Kolonialstil, überaus edel, sauteuer. Ein Beispiel: auf der Herrentoilette wartet ein ganz in weiß uniformierter Angestellter der, sobald man(n) sein was auch immer erfolgreich hinter sich gebracht hat, genau 2 Schritte bevor man am Waschbecken ist, dort den Wasserhahn aufdreht, um dann wenige Augenblicke später den Seifenspender zu betätigen. Natürlich schließt er auch wieder den Hahn und reicht ein kleines, sauberes Handtuch. Jede seiner kleinen Tätigkeiten kündigt er mit einem freundlichen „Sir“ an. Das will ich auch zu Hause.

Früher, als ich in Delhi arbeitete, bin ich oft sonntags ins Imperial Hotel und habe mir Toast, Marmelade und Tee zum Frühstück gegönnt. Mehr war finanziell kaum drin. Bestenfalls noch etwas Gebäck. Es war meine Oase und ein winziges Stück Heimat in Zeiten, als Indien noch zu den wenigen Ländern gehörte, in dem es noch nicht mal Coca Cola gab.

Zum Abschluss haben wir uns nun diese Oase (http://www.theimperialindia.com/) nicht nur zum Frühstück gegönnt. Nö, so richtig mit Übernachtung und allem. Zu diesem „allem“ gehörte gestern auch noch ein dem Haus angemessenes Abendmahl. Lecker, tolles Ambiente, 3 Kellner für uns … einfach nett.

Danach noch das stilvolle Hotelzimmer genießen und sich auf eine Nacht im Luxus freuen. Dann kam das Abendessen. Also, dann kam es wieder. Immer wieder. Und immer wieder. Bei Beate aus dem Magen-Darm-Trakt über die Speiseröhre und schließlich aus dem Mund. Und bei mir floss es den etwas kürzeren Weg.

Gleich stehen wir auf, packen Koffer, frühstücken vielleicht ein wenig und dann geht es Richtung Airport für den Rückflug nach Frankfurt um 13.30 Uhr. Wenn es uns nicht so schlecht ginge, würden wir über all das hier furchtbar lachen. Aber das werden wir sicher noch irgendwann. Hoffentlich schon im Flieger.

 

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