Ein Sonntag in Etosha

Ein Sonntag in Etosha

Wir wachen wieder mit dem Sonnenaufgang auf. Die Blase drückt und wenn man dann die gut 50 Meter zum Sanitärblock hin und zurück durch die frische Morgenluft getapert ist, dann ist man auch wach. Vor allem wenn Jörg schon aufgeregt draußen vor dem Zweckbau steht und Gnus im Morgenlicht bejubelt.

Meine Euphorie hält sich um diese Uhrzeit bekanntlich in Grenzen. Erstmal Kaffee. Dann vielleicht.

Wir packen unsere 7 Sachen. Bettwäsche staubsicher verpacken. Erker einklappen. Jörg erledigt derweil den Abwasch. Geschirr verstauen. Matratze festzurren. Dach einziehen und festhaken. Strom- und Wäscheleine einpacken. Irgendwann dazwischen von der Leiter purzeln. Schon schneller als gestern, aber die fiesen Drehschlösser nerven immer noch ein wenig.

Heute wollen wir unsere ersten Erkundkungsfahrten zu Wasserlöchern in der Gegend rund um Namutoni starten. Aber erst mal tanken. Der Tank ist schon wieder zu dreiviertel leer. Der Tankwart weist uns auf den Umstand hin, dass unsere Pipe leake. Aha. Möglicherweise ein Grund für den hohen Spritverbrauch, fällt Herrn Schmitz sofort ein. Can you fix it? Ist das erste was mir einfällt. Es ist übrigens Sonntag morgen. Irgendwas so gegen 8.30 h.“My friend can“ ist die Antwort. Wir warten. Der Freund kommt und fixt. Dauert vielleicht ne halbe Stunde. Wir betanken zu Ende. Es leaked immer noch. Nach nochmal einer Stunde und vielen Erklärungen, Telefonaten mit der Base des Autos, können wir dann irgenwann los.

Die Sonne steht mittlerweile hoch am Himmel, außer uns ist keiner auf der kreideweißen Piste unterwegs. Die sind ja alle schon vor 2 Stunden losgefahren. Das erste was wir sehen: vier Oryxe. Malerisch verteilt. Sie sehen unwirklich aus. Mit ihren schwarzen scharfgezeichneten Streifen und den spitzen flach nach hinten abstehenden Geweihen. Die ganze Landschaft wirkt unwirklich. Blauer Himmel, grünlich weiße staubige, flache Erde.

Wir sind auf dem Weg zum Wasserloch „Twee Palms“. Ah Tiere. Wir zücken unser gerade erworbenes Brevier mit den Bildern zu Identifizierung der gesichteten Tiere. Alles Wild, oder „Game“ wie der Fachmann hier sagt. Wir sehen Kudus, Elands, Springböcke und noch mehr Oryxe.

Wir fahren weiter Richtung Norden. Nächstes Ziel: nächstes Wasserloch. Eins ist trocken. Das nächste zu unserem Entzücken bevölkert mit 4 Elefanten. Wir schauen ihnen beim trinken zu. Sie sind vielleicht 40 Meter von uns entfernt.

Und dann wird es turbulent. Das nächste Wasserloch: Von weitem sehen wir, da steht eine GIRAFFE. Wir nähern uns langsam, und da sind noch mehr. Sieben Stück der langhalsigen seltsamen Tiere erfreuen uns mit ihren artistischen Trinkspielen. Ich bin hin und weg. Während ich noch vor mich hingrüble wie ich das jemals in Worte fassen soll, bricht auf dem Fahrersitz schon wieder Jubel aus. Leise natürlich. Von rechts nähern sich weit über ein Dutzend Elefanten. In allen Größen. Die Giraffen räumen das Feld. Die Elefanten tun was Elefanten mit Wasser so tun. Trinken, gurgeln, duschen… wir schauen dem Treiben sicher eine Stunde lang zu. Bis der Chef-Elefant sagt, dass jetzt genug ist. Dann ziehen sie, so wie sie gekommen sind, wieder ab.

Und als ob das nicht alles schon unwirklich und fantastisch genug gewesen wäre, sehen wir noch Giraffen kurz vor Sonnenuntergang, zwei entfernte Nashörner, süße kulleräugige Dikdiks, dann nochmal Zebras. Ich habe mittlerweile nicht nur die Worte sondern auch die Orientierung verloren.

Aber wir haben viele fantastische Bilder. Auf Speicherkarte und im Kopf. Und irgendwann bekomme ich die vielleicht auch sortiert und hochgeladen ;-)

Und zum Abschluss des Tages gabs ein leckeres Game-Steak. Vom Oryx. Und das war ganz wirklich und sehr lecker.

 

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