Überall ist Landschaft

Überall ist Landschaft

wüstenquellIch bin hier schon das eine oder das andere Mal an die Grenzen meines Ausdrucksvermögens gestoßen. Heute ist wieder so ein Tag. Und das nach zwei Tagen totalen offline seins.

Wir waren abgetaucht in Landschaft. Viel Landschaft. Felsen die durch Schattenerosion aussehen wie versteinerte Wellen oder Riesenpilze. Manche auch wie Schwämme. Dazu der weite Horizont, die Giraffe Hermine von der Nachbarsfarm und irre kleine Vögel die in unseren Seitenspiegeln ihr Spiegelbild behacken. Um uns rum nix und niemand, nur Felsen und Hügel. Ein paar Büsche und am Horizont der Gebirgszug
„Langer Heinrich“. Wir machen Spaziergänge, ich lese, Jörg klettert auf die Felsen und beschaut sich alles von oben.

Der gesellschaftliche Höhepunkt der letzten Tage war ein „scenic drive“ mit Herbert, dem derzeitigen Eigentümer von „Wüstenquell“ – er erklärt uns wie die Felsformationen zu Stande kommen, wo es Felsmalereien gibt und ein wenig deutsche Geschichte. Eigentlich heißt Wüstenquell „modder fontein“ Schlammige Quelle. Klingt nicht so toll. Hier ging früher die Schmalspurbahn der Deutschen durch. Zum Wasser fassen auf dem Weg ins Landesinnere.

Sehr nette Leute von Wüstenquell. Herbert und Monika erzählen beim gemeinsamen Frühstück ein wenig aus ihrem Leben. Er kam aus Deutschland um in Namibia zu arbeiten und ist geblieben. Erst der Tiere – dann der Liebe wegen.

Nach der kältesten Nacht unseres Lebens – gabs dann eine gut erträgliche Nacht und heute 400 km bis vor die Tore von Soussosvlei, der Dünen- und Wüstenlandschaft. Und dazwischen? Ganz viel Landschaft. Von langweilig – da flach und öde – bis zu Canyons aus graubraunem Schichtgestein durchschnitten von einer Passstraße mit engen Kurven. Dann wieder weites Land vor pastellstaubigen roten Bergen. Mit grünen Büschen auf orangefarbenem Stein. Je tiefer die Sonne sinkt desto unwirklicher werden die Farben.

Wir sind ein wenig geschafft. Vielleicht sind es die 400 km Piste die wir heute gefahren sind. Viel wahrscheinlicher hat uns aber die Landschaft geschafft.

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