Die Zeiten ändern sich

Die Zeiten ändern sich

Sonntag, 7 Uhr früh. Der Wecker im iPhone klingelt uns wach. Wir schieben die Vorhänge im Camper ein wenig zur Seite. Die Sonne geht gerade am Horizont auf. Wir haben heute gut 600 Km vor uns bis nach Pine Creek, dem Zugang zum Kakadu Nationalpark.

Die Sonne geht gerade auf? So spät? Eigentlich sollte sie doch schon eine Weile … ach egal. Wir sind noch zu müde für klare Gedankengänge. Früher Wurm fängt den Vogel – oder so. Also raus aus dem Bett, Zähne putzen und an der Kaffee & Sandwichbude des Campingplatzes in Kununurra zwei Kaffee und zwei Sandwiches kaufen.

Ein wirklich hübscher Campingplatz übrigens. Direkt an einem aufgestauten See gelegen. Die ehemals hier wachsenden Bäume ragen noch malerisch aus dem Wasser. Und im Hintergrund taucht die Sonne ein paar Hügel in warme Rottöne. Bei unserer Ankunft gestern Abend begrüßte uns noch ein am Seeufer liegendes Freshie. So bezeichnen Australier liebevoll Süßwasser-Krokodile. Die im Salzwasser lebenden heißen entsprechend Saltie.

Das Freshie ist nur etwa armlang. Würde also ziemlich genau auf den nur einen Steinwurf entfernten Gasgrill des Campingplatzes passen. Möglicherweise ahnt Freshie die Gefahr und verschwindet nach einer kurzen Weile wieder im See.

Jetzt aber erst einmal einen Kaffee. Das bringt die Synapsen ein wenig in Schwung. Laut Aushang öffnet das Rezeptionsbüro des Campingplatzes um 7 Uhr. Hm, noch niemand drin. Dabei ist es laut iPhone schon nach 8 Uhr. Während ich noch etwas verschlafen meinen Kaffee schlürfe, geht in Beates Hirn bereits voll die Sonne auf.

Wir sind hier nur wenige Kilometer von der Grenze zum Northern Territory entfernt. Und dort sind es plus 1,5 Stunden. Unsere iPhones haben also einfach mal auf Northern Territory Zeit umgestellt, obwohl wir uns noch in Western Australia befinden. Es ist also nach lokaler Uhrzeit nicht 8 sondern erst 6:30 Uhr.

Wir grinsen uns eins, fahren los und schon nach ein paar Kilometern stimmt die Uhrzeit wieder. Wir überqueren die Grenze zum Northern Territory.

An der Grenze zum Northern Territory. Und zack ist es 1,5 Stunden später.
An der Grenze zum Northern Territory. Und zack ist es 1,5 Stunden später.

Ich kurbel das Fenster im Camper runter, genieße den Fahrtwind und spüre dabei noch einige Endorphine von unserem gestrigen Open Door Helikopter Flug über die Bunge Bungles. Wobei „open door“ irreführend ist. In dem 4 Personen Platz bietenden Hubschrauber saßen Beate und ich hintereinander auf der linken Seite … und da waren keine „open doors“, sondern gar keine Türen.

Eine ebenso luftige wie adrenalinfördernde Angelegenheit. Als Sicherheit dient wie im Auto ein Gurt. Und dann aus etwa 150 m Höhe hinab auf diese weltweit einmalige Felsenlandschaft zu blicken, und da ist kein Plexiglas oder so dazwischen, begeistert uns immer noch.

Mit diesem Gefühl vergehen die heutigen 600 Km fast wie im Flug. Genau in dem kleinen Örtchen Katherine knacken wir die 5.000 Km Marke. Hört sich viel an. Ist aber aufgrund der Natur, ihrem intensiven Farbenspiel und dem überaus überschaubaren Verkehr echt entspannend.

So gehen wir dann auch den heutigen Abend an. Ein bisschen was Essen gehen, vielleicht ein Bier und zum Start in die neue Woche den Kakadu Nationalpark erkunden.

Euch auch noch einen entspannten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche :-)

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