Starbucken

Starbucken

Ein Haufen Größenwahnsinniger, die versucht haben sich gegenseitig zu übertreffen. So in etwa lässt sich die Baugeschichte der gerade  einmal gut 300 Jahre jungen Stadt zusammenfassen. Ich mag das.

Peter der Große wollte eine Stadt schaffen, die in ihrem architektonischen Glanz Paris und Rom in nichts nachsteht. Prachtboulevard, überwältigenden Plätzen und Wasserstraßen wie in Amsterdam. Das ist ihm locker gelungen.

Und auch seine Nachfolger/innen waren ziemlich fleißig. Was wirklich großartig ist und bei Freunden des Barock und des Klassizismus zu multiplen Orgasmen in Dauerschleife führen dürfte.

Bei mir führt das möglicherweise zu einer Kiefersperre, da ich den Mund kaum noch zu kriege. Ich weiß gar nicht, wo genau ich da anfangen und wo aufhören soll.

Beate ist da etwas entspannter. Vielleicht weil sie sich in einer Stadt wie St. Petersburg problemlos orientiert.

Es gibt ja zahlreiche Möglichkeiten, sich in einer Stadt zu orientieren: Markante Bauwerke, Flussläufe,  Google Maps, Himmelsrichtungen, Sonne, Straßenverläufe. Bei mir ist es eine Mischung aus all dem.

Bei Beate ist das anders. Sie nutzt Starbucks. Ein Blick auf eine – natürlich digitale – Karte, die die Starbucks Filialen anzeigt und Frieden.

Keine Ahnung, wie genau ihre Synapsen verdrahtet sind. Doch ihr Geruchssinn ist wesentlich ausgeprägter als meiner. Von daher habe ich die Theorie, dass sie den richtigen Weg quasi erschnüffelt.  Das funktioniert tatsächlich erstaunlich gut. Zumindest in Städten mit Starbucks.

An Orten ohne Starbucks ist sie praktisch verloren. Rettungslos. Dann bin ich ihr Navi. JörgJörg nennt sie das. Aber St. Petersburg  bietet mehrere Starbucks. Das scheint ihr zu reichen, um uns über viele Kilometer hinweg zielsicher durch die Stadt zu lotsen oder besser zu starbucksen. Hiermit melde ich übrigens ganz offiziell die Urheberrechte für diesen Begriff an.

Aber jetzt steht ihr Geruchsorientierungssinn gewaltig auf der Probe: St. Petersburg bietet nicht nur oberirdisch zahlreiche Kunstschätze und Sehenswürdigkeiten, sondern auch unterirdisch. Genauer in den Metro-Stationen, von denen wir jetzt gleich ein paar erkunden wollen.

Die Rolltreppen führen handgestoppt weit über 2 Minuten in die Tiefe. Das kann spannend werden …

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