Meer davon

Meer davon

Nachdem das Wetter uns bisher ausreichend auf den Herbst eingestimmt hat, steht heute kräftig Vitamin D Tanken an. Denn kaum ein Wölkchen zeigt sich am Himmel und das Thermometer kratzt fleißig an der 20 Grad Marke.

Wir brechen früh auf, die Küste runter Richtung Kurische Nehrung und haben uns den kleinen Ort Pavilosta mit seinen etwa 1.000 Einwohnern als Zwischenstation ausgesucht.

Hier dreht es sich im Wesentlichen um Holzbootbau und eine Fischkonservenfabrik. Und einen Strand, der auf diversen Internetseiten gepriesen wird.

Doch vorher steht wie üblich die Fahrt durch den schier endlosen Tunnel an Nadelwäldern an. Praktisch keine Weite. Nichts landschaftlich Herausstechendes, das für etwas Abwechslung sorgt, geschweige denn gar etwas spektakuläres. Wir bedauern ein wenig die Touren-Radler, für die diese immergleiche Landschaft noch viel ermüdender sein muss.

Reden wir nicht drumherum. Mit einem Wort, wir finden es landschaftlich auf den Fahrten schlicht und einfach

L A N G W E I L I G!

Der Strand in Pavilosta ist wie alle Strände hier bisher ebenso weitläufig wie leer. Kiefernwald – Dünen – Sandstrand (mal mehr mal weniger breit) – Meer. Also Decke ausbreiten, Wärme, Wind und Wellen genießen und ab und zu kurz zur Abkühlung ins Meer. Wobei hier ganz klar die Betonung auf kurz liegt.

Handy + Spotify + Beate = DJ Bea

Das wir so einen Tag am und im Meer genießen, ist kulturhistorisch eine ziemlich neue Entwicklung. So habe ich zumindest gelesen. Von Babylon über das alte Ägypten, Aristoteles bis hin zu … ach allen möglichen halt, wurde das Meer als schwarz, grau und dunkel beschrieben. Ein Leichentuch, ein Ort des Todes, selbst wenn es als Ursprung und Urgewässer angesehen wurde.

Erst der Verklärungswille der Romantiker und sicher zahlloser TUI Kataloge haben den Blick auf das Meer massiv verändert. Nicht mehr schwarz oder grau ist das Wasser, sondern blau, türkis und Party.

Eine Beate Suchbild :-)

Für mich persönlich liegt die Faszination des Meeres – egal an und in welchem ich gewesen bin – im „un“: un-ermesslich, un-gezähmt, un-geheuer, un-ergründlich. Wäre schön, wenn es hier nicht auch noch so un-fassbar kalt wäre.

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