Stromschläge im Entspannungs-Nirvana

Stromschläge im Entspannungs-Nirvana

Vor wenigen Jahren startete der Sozialpsychologe Timothy Wilson von der University of Virginia ein kleines Experiment. Er nahm seinen Probanden die Handys ab. Danach sollten sie einfach nur für 15 Minuten in einem leeren Raum auf einem Stuhl sitzen und nix tun. Ruhe! Keine Pflichten. Kein Stress. Einfach nur ein wenig durch den Tag träumen.

Gut, Freunde, Bekannte und Verwandte aus der Bausparkasse oder andere Beamte werden jetzt zurecht empört anmerken: „15 Minuten rumsitzen, nix tun? Und durch den Tag träumen! So what? Das mache ich seit Jahren 5x die Woche 7,5 Stunden täglich!“ Nun, die Entspannung sei euch gegönnt.

Doch diese Entspannung wird überschätzt. Spannung ist besser. Noch besser: Stromspannung. Auf Knopfdruck konnten sich die Versuchsteilnehmer selber Elektroschocks verpassen. Klingt absurd? Tja, zwei Drittel der Männer und ein Viertel der Frauen setzten sich freiwillig unter Strom. Nochmal: Sie verabreichen sich Stromschläge! Selber! Freiwillig! (www.sciencemag.org/news/2014/07/people-would-rather-be-electrically-shocked-left-alone-their-thoughts). Warum? Langeweile. Sie hielten die Ruhe nicht aus. Oder sich selber. Oder beides.

Strom absolute Mangelware

Das mit der Entspannung und Ruhe ist uns in den nächsten Tagen garantiert. Vielleicht wird uns auch langweilig. Nur falls wir das nicht aushalten sollten, wird das mit dem Stromschlag schwierig. Denn da wo wir heute hinreisen, ist Strom absolute Mangelware.

Gleich fliegen wir um 9:20 Uhr zunächst eine gute Stunde innerhalb Sulawesis von Palu Richtung Ampana. Dort liegt auch ein kleiner Hafen, von dem wir aus (hoffentlich!!!) nach etwa 5 Stunden Bootsfahrt auf den Togian Islands landen. Eine Kleinigkeit steht dem Ganzen noch im Weg: Das Boot, dass für gewöhnlich dorthin fährt, ist in Reparatur. Aber, um an dieser Stelle mal die Phrasendreschmaschine kräftig anzuwerfen: es gibt keine Probleme, nur Herausforderungen. Es war einiges an Emails notwendig, um ein anderes Boot zu organisieren. Mal abwarten, ob das klappt.

Unser Ziel: Eine Hütte mit Veranda überm Meer im Kadidiri Paradise. Die kleine Anlage ist halt nur mit dem Boot zu erreichen und so richtig viel los ist drum herum auch nicht. Also eigentlich gar nix. Keine Pflichten. Kein Stress. Sich hinsetzen. Einfach nur ein wenig durch den Tag träumen. Entspannung. Kein Telefon, (wahrscheinlich) kein Internet. Werden wir die Ruhe aushalten?

Im Gegensatz zu den Versuchsteilnehmern der University of Virginia haben wir ein paar Vorteile: Wir werden nicht auf einem Stuhl in einem leeren Raum hocken, sondern in einer Hängematte auf unserer Veranda mit Blick aufs Meer schauckeln. Ja, wir haben genau die Hütte auf dem Foto gebucht. Euer Neid ist berechtigt :-)

Tauchkurs steht auf dem Programm

Sehr schön, doch das alleine ist auf Dauer wahrscheinlich etwas langweilig. Deswegen wollen auch wir uns hier und da „Stromschläge“ versetzen. Oder besser: Wir belegen dort einen Tauchkurs und nehmen sicherlich zusätzlich den einen oder anderen Tauchgang mit. Außerdem lässt sich am hauseigenen Riff wohl wirklich prima schnorcheln.

Voraussichtlich am 28. September  geht’s dann auf die nächste Insel. Mit welchem Boot auch immer. Bis zum 5. Oktober bleiben wir im www.arayadiveresort.com. Auch hier gilt: Keine Pflichten. Kein Stress. Sich hinsetzen. Einfach nur ein wenig durch den Tag träumen. Entspannung. Kein Telefon, (möglicherweise) kein Internet. Kein Strom. Und zwischendurch dann doch ein paar „Stromschläge“ mit Schnorchel- und Tauchgängen. Denn ein totales Entspannung-Nirvana ist auf kurz oder lang ja auch eher so *gähn.

Wir werden also im wahrsten Sinne des Worte mal eine kleine Weile abtauchen. Das bedeutet (wahrscheinlich) auch eine temporäre Unterbrechung dieses Urlaubsblogs. Ja, das ist nicht schön. Und sollte es euch deshalb in den nächsten Tage ein wenig zu langweilig werden … ihr wisst schon …  Stromschläge und so :-)))

 

Foto: Kadidiri Paradise

One Reply to “Stromschläge im Entspannungs-Nirvana”

  1. Ja, Jörg du hast es wieder geschafft: wie bei einer eurer letzten Reisen hast du mich wieder mit deiner provokanten Schreibe aus meinem Schneckenhaus gelockt, so dass ich vermutlich wieder als einzige einen Kommentar schreiben muss. Ja, es ist die Passage „Verwandte aus der Bausparkasse oder andere Beamte“ durch die ich mich provoziert fühle…. Schon mal was von Service Level Ampeln und Auslastung gehört? Gibt’s das bei Bausch und Ströbel? Du hast Glück, bis du aus der Stromlosigkeit wieder auftauchst, könnte meine Empörung verflogen sein. Oder ich hab’s vergessen, so wie ich vergessen habe, was genau mich zuletzt so sehr gereizt hat, dass ich eine Kommentar geschrieben habe…. Ein Gutes hat es ja: trotz wochenlanger BSH-Abwesenheit scheint es einen kleinen Rest in meinem Geist zu geben, der sich noch wehrt, das war mir eigentlich nicht bewusst. Nix für ungut, wünsche weiterhin frohes Digital Detox.

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