Beate findet Nemo

Beate findet Nemo

Zuweilen stellt Abgeschiedenheit seltsame Dinge mit uns an. Zu mal es hier nicht nur kein ständig verfügbares Wlan oder Mobilfunknetz gibt, sondern auch sonst wenig los ist. Außer uns sind im Moment keine Gäste hier. Weiter kommt man nur übers Wasser – selbst das nächste Dorf ist nur per Boot erreichbar.

Am Anfang fand ich das eher einengend. Mittlerweile fühle ich mich wohl in unserer tropischen Blase. Das Bungalow ist nett, das Essen lecker und man beginnt sich wieder auf kleinere Sachen zu konzentrieren. Gespräche und die mitgebrachten Bücher sind die einzige Unterhaltung. Wir haben noch nicht mal große Lust Serien auf dem iPad zu kucken. Eine Folge pro Abend ist schon genug, dann sind wir schon zu schläfrig für mehr.

Tag und Nacht sind ungefähr gleich lang. Die Sonne geht irgendwann vor 6 Uhr ohne mich aber meist mit Jörg auf und geht kurz vor 18 Uhr mit uns beiden wieder unter. Das Wetter ist feuchtwarm – morgens ist es auf der Terrasse meist wunderbar windig. Ich mag mich nicht unnötig bewegen – maximal zwischen Hängematte und Sitzsack. Die Wasserflasche in Griffweite. Neben Sonnenauf- und Untergang strukturieren die Mahlzeiten den Chill-Tag.

Aktionismus erfasst uns meist erst nachmittags. Gestern haben wir einen Kombi-Ausflug gemacht. Jörg mit Taucherausrüstung und Tauchbuddy – ich als Gast zum Schnorcheln. Mit dem Ergebnis, dass ich wahrscheinlich mehr gesehen habe als die Taucher. Meine Ausbeute des Tages war: ein „schwarzmaskierter Kugelfisch“ der mich sehr an den dreiäugigen Fisch aus den Simpsons erinnert hat – und zum zweiten Mal in Folge eine Seeanemone mit zugehörigem Bewohner. Diesmal sogar zwei Clownsfische, also Nemos. Und das beim Schnorcheln. Ich weiß leider nicht mehr was Dorie für ein Fisch war – aber sicherlich schwimmt die auch hier rum.

Ein Bild ohne Nemo aber mit Beate :-)

Wenn ich so auf die bestimmenden Themen schaue, die uns hier im Urlaub beim Schnorcheln und Tauchen immer wieder begegnen, dann sind es die teilweise gut sichtbare Zerstörung der Korallen und der Umgang mit Müll und Plastik. Uns ist schon klar, dass wir wohl Teil des Problems sind – Lösungen scheinen nicht in Sicht zu sein. Wir können schon nachvollziehen, dass kurzfristig gedacht Dynamitfischen für den Moment weniger Aufwand mehr Ertrag bringt – langfristig aber die Natur und damit die Attraktivität für Touristen zerstört, die aber auch wieder das Plastikproblem verschärfen würden…

Auch wenn das alles manchmal ein wenig die Freude über die vielen bunten Fische und Korallen die zu sehen sind dämpft, all die Grübelei ist zum Glück vergessen, wenn ich dann ruhig auf dem Wasser treibe und durch die Schnorchelmaske nach unten schaue und kurz mal jubeln muss. Weil ich Nemo gefunden habe.

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