Fly metal bird to Hiroshima

Fly metal bird to Hiroshima

Jörg geht das Lied „Hiroshima“ von Wishfull Thinking schon auf der Zugfahrt durch den Kopf. Auf dem Weg von Naoshima nach Hiroshima. Nur etwa 1,5h mit dem Zug. Einmal umsteigen in den Shinkansen. Ein gemütlicher Reisetag. Gut für mich nach guten 10 Stunden Schlaf hab ich Rücken! 

Wir landen Dank Jörgs umfangreicher vor Ort-Recherchen mit dem richtigen Bus nur etwa 50 m von der Hoteltür entfernt. Eine Suite mit Bad und allem drum und dran ist für die nächsten drei Tage unser Quartier. Irgendwie 80er Jahre und weit von einer Suite entfernt – aber wir freuen uns wie Bolle über unser Doppelbett mit Aussicht und genügend Platz um unsere Reisetaschen hinzulegen. 

Wir wohnen fast gegenüber vom Hiroshima Peace Memorial Museum und Park. Aus dem Fenster können wir das Friedensdenkmal oder wie es auf Englisch so viel expressiver heißt: den A-bomb dome (s. Titelfoto) sehen. Ein Bild, das uns 80er Jahre Teens nie ganz losgelassen hat. 

Wir erkunden ein wenig die Gegend. Spazieren durch das Foyer des Museums in den Park, vorbei am Kenothap – klären dort unterwegs, dass das Wort für „Scheingrab“ steht und gehen weiter bis zum Friedensdenkmal an sich. 

Das steinerne Kenotaph beinhaltet eine Liste von verstorbenen Opfern. In Hiroshima starben etwa 140.000 Menschen direkt nach der Explosion. Die Liste wird stetig erweitert. Bis heute leiden tausende Menschen unter den Spätfolgen der Verstrahlung.

Sonst freuen wir uns über jede Spiegelung einer Sehenswürdigkeit im Wasser wie zwei so Insta-Fotonerds. Heute wird nicht viel fotografiert oder gefachsimpelt. Die Stimmung ist wie gesagt verhalten. Irgendwie bei allen. Selbst die zahlreichen Schulklassen im Park sind nicht so laut und fröhlich wie gewohnt. 

Schulklasse vor dem Kinder-Friedensmonument. Das Monument wurde 1958 errichtet und Sadako Sasaki gewidmet, die 1955 im Alter von 12 Jahren an den Spätfolgen der Verstrahlung verstarb. Sie wurde weltweit durch das Falten von Hunderten Origami-Kranichen bekannt.

Wir haben uns gefragt, ob wir jemals vor dem Japan-Urlaub darüber nachgedacht haben, uns mal Hiroshima anzusehen. Nein, haben wir nicht. Wir kennen den Song „Hiroshima“ vermutlich vor allem weil Sandra den in den 90ern gecovert hat – denn das One-Hit-Wonder der britischen Band Wishful Thinking hat es 1978 in Deutschland gerade mal auf Platz 8 gebracht. In Großbritannien war er gar nicht in den Charts. 

Morgen werden wir ausführlich das Museum und den Park erkunden. So richtig Urlaubsfeeling wird dabei sicher nicht aufkommen. Aber auch das gehört zu einer solchen Reise.

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