{"id":1827,"date":"2015-06-04T08:59:39","date_gmt":"2015-06-04T06:59:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/?p=1827"},"modified":"2015-06-07T13:25:32","modified_gmt":"2015-06-07T11:25:32","slug":"stille-magie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/blog\/stille-magie\/","title":{"rendered":"Stille Magie"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1867\" aria-describedby=\"caption-attachment-1867\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/image.jpg\" rel=\"lightbox[1827]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1867\" src=\"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/image-600x450.jpg\" alt=\"Olifantrus Camp Etosha\" width=\"600\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/image-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/image-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/image.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1867\" class=\"wp-caption-text\">Olifantrus Camp Etosha<\/figcaption><\/figure>\n<p>Dies ist der wohl ungew\u00f6hnlichste Ort, an dem ich jemals etwas geschrieben habe! Ever, ever, ever. Nur wenige Meter vor mir ein schlammiges, bestenfalls kniehohes Wasserloch. Dahinter die schier endlose Ebene des Etosha Nationalparks. Ein paar Zebras, am Horizont die in einer halben Stunde untergehende Sonne und 150 Meter entfernt nach rechts, 5 L\u00f6wen, die sich noch in den B\u00fcschen verstecken.<\/p>\n<p>Wir sind ziemlich weit im Westen von Etosha, im Olifantsrus Camp, dem mit weitem Abstand sch\u00f6nsten und kleinsten Zeltplatz des Nationalparks. Der sandige Boden rostrot wie im australischen Outback und Dazu ein \u00fcberaus freundlicher Verwalter. Wie auch die 3 anderen Camping Pl\u00e4tze im Park ist auch dieser sicherheitshalber umz\u00e4unt &#8230; siehe L\u00f6wen im ersten Absatz. Und frei campen ist aber mal so was von verboten &#8230; siehe L\u00f6wen &#8230;<\/p>\n<p>Nur einzelne Schakale streunen durch die Camps. Im Dutzend sind sie offensichtlich in der Lage Springb\u00f6cke zu rei\u00dfen. So konnten wir gestern an einem Wasserloch aus der N\u00e4he das wilde, hektische Fressen von Schakalen beobachten, die einen frisch gerissenen Springbocks verspeisen. Die Fotos dazu sind mit &#8222;blutr\u00fcnstig&#8220; am ehesten zu beschreiben.<\/p>\n<p>Ansonsten haben diese Tiere eine gewisse Vorliebe f\u00fcr Beates Badelatschen. Zumindest wurden diese, nachdem sie die letzte Nacht vor unserem Camper haben verbringen d\u00fcrfen, diversen Bei\u00dftests unterzogen. Zum Gl\u00fcck hat Beate noch mehr Schuhe dabei.<\/p>\n<p>Den Nationalpark, der gut 4x so gro\u00df ist wie Berlin, durchqueren wir von Ost nach West. Hier zieht sich die breit angelegte Hauptschotterpiste entlang, \u00fcber die auch Reisebusse brettern k\u00f6nnen. Jeweils n\u00f6rdlich und s\u00fcdlich davon liegen rund 50 Wasserl\u00f6cher im ganzen Park verteilt. Die Wege dorthin sind von wenigen hundert Metern bis zu 15 Km unterschiedlich lang. Bei so manchen f\u00fchlt es sich so an, als w\u00fcrde man \u00fcber ein Waschbrett fahren.<\/p>\n<p>In einem Reisef\u00fchrer hatte ich gelesen, dass die ganzen gef\u00fchrten Touren einfach nur das eine oder andere Wasserloch anfahren. Ob und welche Tiere da sind, sei ziemliche Gl\u00fcckssache. Wir hatten Gl\u00fcck. Gleich am zweiten Tag. Riesengl\u00fcck! Rund 100 Zebras, 30 Elefanten, 9 Giraffen und unz\u00e4hlige Antilopen und Springb\u00f6cke auf einem Haufen. Vielleicht das magischste, was ich jemals habe sehen d\u00fcrfen. Na ja, au\u00dfer dem Sternenhimmel \u00fcber der indischen W\u00fcste Thar. Das war es dann aber auch schon.<\/p>\n<p>Wir hatten aber auch erheblich weniger Gl\u00fcck. An einigen Wasserl\u00f6chern war zum Teil noch nicht einmal mehr Wasser. Aber Gl\u00fcck und zuweilen etwas Geduld geh\u00f6ren einfach dazu.<\/p>\n<p>Der obere, n\u00f6rdliche Teil des Nationalparks ist der &#8222;Gro\u00dfe wei\u00dfe Platz&#8220;, was Etosha w\u00f6rtlich bedeutet. Eine schier endlos flache, hell glei\u00dfende Salzpfanne, die Beate als die Abwesenheit von Allem beschrieben hat. Die Anwesenheit von zu vielen Touristen bzw der &#8222;Gro\u00dfe touristische Platz&#8220; ist hingegen unser gestriges drittes Camp gewesen, das Okaukuejo.<\/p>\n<p>Ok, wir sind nat\u00fcrlich ein Teil dieser Touristenherde. Es f\u00fchlt sich halt einfach v\u00f6llig anders an, ob man einen Ort alleine erkundet, oder ob da der eine oder andere Bus noch vorf\u00e4hrt. Wobei ich nicht wirklich motzen m\u00f6chte. Heute steht die 5. Nacht in Etoasha an und uns sind genau 3 Busse entgegen gekommen. Alle gestern, am 2. Juni. Und die Wasserl\u00f6cher haben wir uns mit maximal 2 weiteren Autos geteilt.<\/p>\n<p>Die Tage hier verlaufen realtiv \u00e4hnlich und sind doch jeder f\u00fcr sich absolut faszinierend: Aufstehen kurz vor Sonnenaufgang. Dann alles anziehen, was halbwegs warm h\u00e4lt, denn die N\u00e4chte sind schlichtweg frisch. Zu Fu\u00df zum Wasserloch neben dem Camp. Sonnenaufgang mit seinem flie\u00dfenden Farbenspiel bestaunen und die ersten Tiere des Tages begr\u00fc\u00dfen. Wobei wir heute mit einem L\u00f6wen einen k\u00f6niglichen Auftakt in den Tag hatten. Fr\u00fchst\u00fcck. Alles zusammenpacken. Und losfahren zu diversen weiteren Wasserl\u00f6chern. Am Nachmittag den n\u00e4chsten Campingplatz ansteuern. Aufbauen. Duschen. Verzweifelt versuchen ins Internet zu kommen. Was wesentlich mehr Geduld erfordert, als Tiere zu beobachten. Abendessen. Kudu und Oryx Fleisch mit Bohnen etablieren sich als unsere Favoriten. Alles anziehen, was halbwegs warm h\u00e4lt. Ans Wasserloch des Camps, das beleuchtet ist. Und schlie\u00dflich gegen 21 Uhr todm\u00fcde und versuchend die viel zu vielen Eindr\u00fccke zu verabreiten ins Bett fallen.<\/p>\n<p>Ein wesentlicher und etwas \u00fcberraschender Eindruck: diese unglaubliche Stille, selbst wenn 100 Tiere auf einem Haufen sind. Es ist Tag und Nacht so still wie die Luft klar und endlos weit wie das Land. Tiere, die aus Afrika frisch in Zoos landen, m\u00fcssen wohl so etwas wie einen L\u00e4rmkollaps erleiden.<\/p>\n<p>Mittlerweile steht der Vollmond \u00fcber dem wie immer wolkenfreien und sternenklaren Himmel. Es wird kalt. Nur halb im Scherz dachten wir schon daran, das n\u00e4chste Mal Skiunterw\u00e4sche mitzunehmen. Nachts bewegen sich die Temperaturen tats\u00e4chlich rund um den Gefrierpunkt. Am Wasserloch trinkt ein einzelnes Nashorn. Wir schl\u00fcrfen k\u00fchlen Wei\u00dfwein. Die L\u00f6wen jagen wohl jetzt Zebras. Und wir genie\u00dfen das Privileg, all dies erleben zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dies ist der wohl ungew\u00f6hnlichste Ort, an dem ich jemals etwas geschrieben habe! Ever, ever, ever. Nur wenige Meter vor mir ein schlammiges, bestenfalls kniehohes Wasserloch. Dahinter die schier endlose Ebene des Etosha Nationalparks. 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