{"id":1829,"date":"2015-06-05T21:26:07","date_gmt":"2015-06-05T19:26:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/?p=1829"},"modified":"2015-06-07T13:17:22","modified_gmt":"2015-06-07T11:17:22","slug":"bloggen-mit-aussicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/blog\/bloggen-mit-aussicht\/","title":{"rendered":"Bloggen mit Aussicht"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1850\" aria-describedby=\"caption-attachment-1850\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Twyfelfontein-Lodge-Felsen.jpg\" rel=\"lightbox[1829]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1850\" src=\"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Twyfelfontein-Lodge-Felsen-600x450.jpg\" alt=\"Twyfelfontein-Lodge-Felsen\" width=\"600\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Twyfelfontein-Lodge-Felsen-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Twyfelfontein-Lodge-Felsen.jpg 1024w, https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Twyfelfontein-Lodge-Felsen-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1850\" class=\"wp-caption-text\">Twyfelfontein-Lodge-Felsen<\/figcaption><\/figure>\n<p>Eigentlich sollte ich jetzt das Meer sehen. Den rauhen Atlantik vor der K\u00fcste von Cape Cross, das hatte ich mir gew\u00fcnscht nach so viel staubiger Stra\u00dfe und trockenem Land. Doch es kam anders.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Fahrt aus dem Etosha-Nationalpark war ein wenig wehm\u00fctig. Nach einer wirklich blitzkalten Nacht mit angefrorener Windschutzscheibe und einem Fr\u00fchst\u00fcck mit hei\u00dfer Milch im M\u00fcsli haben wir uns fast halbherzig die letzten Wasserl\u00f6cher auf dem Weg angesehen. Die grandiosen H\u00f6hepunkte lagen hinter uns. Ein paar Giraffen hatten sich fast wie zum Abschied an der Stra\u00dfe versammelt, hach ich mag diese seltsamen Langh\u00e4lse. Ich habe mich pers\u00f6nlich verabschiedet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wehm\u00fctig mussten wir auch von den Tieren in unserem K\u00fchlschrank Abschied nehmen. Die Veterin\u00e4rkontrolle am Parkausgang wollte die leider nicht mitreisen lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>N\u00e4chstes Reiseziel: Tankstelle und Supermarkt in Korixas. Die Benzinleitung zum Tank tropft immer noch beim Betanken. Lebensmittel eingekauft. Wir ern\u00e4hren uns hier ja beim selbstkochen hartn\u00e4ckig von Fleisch und Baked Beans. Zumindest im Beilagenbereich sind wir jetzt wieder gut ausgestattet, Fleisch war nur gehackt oder mit fiesen Knochen in der K\u00fchltheke zu finden. Egal. Wir haben ja noch unsere T\u00fctensuppen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Leider h\u00f6rt genau nach diesem gottverlassenen Nest auch die geteerte Stra\u00dfe auf. Egal. Das muss ja so sein. An sich ist die Stra\u00dfe nicht schlecht. Wir wechseln uns ab, aber J\u00f6rg f\u00e4hrt die meiste Zeit. Es ist anstrengender als Autobahn. Die Stra\u00dfe ist meist sehr hell. Unebenheiten sind nur schwer auszumachen. Die Konzentration und ich finde auch der Krach der mit dem gehoppel \u00fcber die Pads einhergeht sind anstrengend.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir haben heute 300 km vor uns &#8211; das Damaraland unser Ziel. Ich wei\u00df nur dass es um ber\u00fchmte Felszeichnungen, versteinerten Wald und ein Camp mit dem Schmitz-Pr\u00e4dikat &#8222;basic&#8220; gehen soll. Die Landschaft wird abwechslungsreicher. Nach viele Ebene, halbhohen B\u00fcschen und ausgebleichtem Grasland eine Wohltat f\u00fcrs Auge. Endlich wieder H\u00fcgel. Gegen nachmittag werden daraus Berge. R\u00f6tliche Berge. Aber hier ist sonst nichts. Irgendwann mal ein Tyre Shop an der Stra\u00dfe. Ab und zu Curio-Shops. So hei\u00dfen hier die Souveniranbieter. Meist nur daran zu erkennen, dass drei Wellbleche aufgestellt wurden und irgendwas von einer Leine baumelt. Wenig idyllisch alles. Keine Menschen zu sehen. Auch das ist Namibia. Karg und arm.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So gegen 15 Uhr, das Licht wird schon wieder abendlich rot, f\u00e4llt uns ein Ger\u00e4usch am Auto auf, das bisher nicht da war. Es ist der Reifen. Platt. Ziemlich platt. Tja da hilft kein Anruf beim ADAC. Wir kramen in unseren Erinnerungen der Einweisung von vor 10 Tagen und siehe da wir kriegen ihn gemeinsam gewechselt. Mit eine bisschen fluchen, aber es funktioniert. Und die Landschaft ist wirklich grandios. Hohe schroffe rote Felsen. Fast wie in Australien.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir treffen genau um 16 Uhr bei den Felszeichnungen in eben dieesen roten Felsen ein &#8211; in dem Moment wo der Laden schlie\u00dft. Und ohne Guide keine Felszeichnungen. Also auf zum Basic-Camp und die Sonne untergehen sehen. Danach sollte man sich nicht mehr auf der Stra\u00dfe mit dem Auto rumtreiben. Steht in jedem Reisef\u00fchrer und ich bin mir sicher, auch deshalb weil wir niemals mit der totalen Finsternis hier drau\u00dfen umgehen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Camp liegt idyllisch auf einer Ebene unter einem dreieckigen roten Berg. Ich lache \u00fcber die rustikale Toilette &#8211; und die Dusche mit Bollerofen. Frisch geduscht sehen wir die Sonne untergehen. Unser kaputter Reifen wird repariert und wir essen ein 3-G\u00e4nge Men\u00fc zu Abend. Als Belohnung. Die Nacht ist verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig mild und der Sternenhimmel vor Mondaufgang der Hammer. Man sieht eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang deutlich die Milchstra\u00dfe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Beim Z\u00e4hne putzen am n\u00e4chsten morgen st\u00f6rt mich ein Schmitzsches &#8222;Schei\u00dfe, Schei\u00dfe, Schei\u00dfe&#8220;. Der vordere linke Reifen verliert Luft. Die Jungs vom Camp sind wieder hilfreich und Pumpen mit einer Fahrradpumpe Luft nach. Geben uns aber doch den Rat doch mal zur Country Lodge zu fahren. Die h\u00e4tten da eine Werkstatt. Ich bekomme den Auftrag &#8211; J\u00f6rg wandert zu den 6000 Jahre alten Felszeichnungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach einmal fragen lande ich sicher in der Werkstatt. Erz\u00e4hle was los ist. Sie bescheinigen mir als allererstes den absoluten Heldentod unseres gestern geflickten Reifens. Der sei hin. Checken dann den nachlassenden Reifen vorne links und finden heraus dass die Felge dort irgendwie den Schlauch nervt. Und er deshalb undicht ist. Ich sehe auf jedenfall auch die Wasserblasen und verstehe, dass man aus dem kaputten Reifen von gestern die Felge f\u00fcr diesen Reifen nimmt. Dann tuts der wieder. Die Felge wird gerichtet und bekommt einen neuen Reifen und das Ersatzrad wird wieder Ersatzrad. Gemacht getan. Dauert nur so zwei Stunden. Die Leute sind nett. Nebenan ist die W\u00e4scherei der Lodge und lustige V\u00f6gel gibts hier auch. Irgendwann taucht sogar J\u00f6rg auf &#8211; die Jungs von der Lodge hatten ihn beim wandern in Richtung Werkstatt aufgegabelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Sonne stand schon hoch am Himmel und wir h\u00e4tten heute weitere 300 km auf zweifelhaften Pisten vor uns gehabt. Beim Fragen nach dem Workshop hatte ich schon die Idee ob es nicht schlauer w\u00e4re die eine bezahlte Nacht in Cape Cross am Meer sausen zu lassen und daf\u00fcr lieber einen lazy day noch hier in dieser h\u00fcbschen Landschaft zu verbringen. J\u00f6rg musst ich nicht besonders lange \u00fcberzeugen. Wir haben hier in der Lodge eingechecked. Die waschen unsere W\u00e4sche und wir schlafen heute nacht in richtigen Betten. Und wirklich \u00fcberzeugt hat uns glaube ich die Aussicht die man hier von der Bar hat. So habe ich noch nie gebloggt. Freier Blick auf die Ebene mit hellblondem Gras und vereinzelten B\u00fcschen. Drumrum r\u00f6tliche Berge und riesige Felsen auf denen Klippschliefer herumturnen. Und das einzige Ger\u00e4usch ist meine Tipperei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich sollte ich jetzt das Meer sehen. 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