{"id":1872,"date":"2015-06-09T09:29:16","date_gmt":"2015-06-09T07:29:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/?p=1872"},"modified":"2015-06-09T09:29:20","modified_gmt":"2015-06-09T07:29:20","slug":"gestank-disneyland-und-hitler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/blog\/gestank-disneyland-und-hitler\/","title":{"rendered":"Gestank, Disneyland und Hitler"},"content":{"rendered":"<p> Zugegeben, die runden Kulleraugen &#8211; insbesonders bei den Kleinen &#8211; sind herzzerrei\u00dfend s\u00fc\u00df. Und wenn sie mit ihren Flossen \u00fcber den Strand robben, ist das putzig. Doch diese Viecher stinken. Und zwar so was von erb\u00e4rmlich. Pelzrobben in Massen sind ein einziger Anschlag auf den Geruchssinn. Nur wenige Kiliometer s\u00fcdlich von Cape Cross liegt eine riesige Pelzrobbenkolonie. Bis zu einer Million sollen sich hier zeitweise befinden. Keine Ahnung, wie viele am heutigen Montag da waren. Aber sicher ist, es waren sehr sehr sehr viele. Und sicher ist auch, dass jede deutsche M\u00fclldeponie vergleichsweise eine Wellnessoase f\u00fcr die Nase ist.<\/p>\n<p>Herbstwetter und Gestank: gleich 2 gute Gr\u00fcnde Abschied von Cape Cross zu nehmen. Wir fahren immer s\u00fcdlich die K\u00fcste runter bis Swakopmund. Die W\u00fcste zur Linken erstreckt sich bis zum Horizont ebenso flach und eint\u00f6nig wie der Atlantik zur Rechten. Hinter einem \u00d6rtchen namens Henties Bay, wo wir unsere Vorr\u00e4te &#8211; also Fleisch &#8211; aufstocken, sehen wir endlich ein richtiges Schiffswrack. <\/p>\n<p>Wie viele Schiffe an der Skeleton Coast gestrandet sind, wei\u00df niemand. Aber die Schicksale zahlreicher Seeleute muss furchtbar gewesen sein. Entweder sind sie gleich ertrunken. Oder sie konnten sich an Land retten. Und dort, am scheinbar rettenden Ufer, wartete auf sie eine schier endlose W\u00fcste ohne eine einzige Wasserstelle. Ertrinken oder Verdursten. <\/p>\n<p>Gegen Mittag erreichen wir die alte Kolonialstadt Swakopmund. Die \u00dcbersetzung dieses Wortes bedeutet tats\u00e4chlich &#8222;Exkremente-M\u00fcndung&#8220;. Also, alles schei\u00dfe hier? Ne, im Gegenteil! Die 34.000 Einwohner z\u00e4hlende Stadt wirkt auf uns mit seinen herausgeputzen Kolonialgeb\u00e4uden und den zahlreichen deutschsprachigen Gesch\u00e4ften und Schildern fast schon wie eine Disneyland-Version eines Nordseebades. <\/p>\n<p>Beate besorgt sich neue Sandalen, nachdem ihre alten ja im Etosha Nationalpark beim gro\u00dfen Schakalen-Bei\u00dftest durchgefallen waren. Wir bei\u00dfen zum Mittagessen in Bratw\u00fcrste mit Sauerkraut im Erdinger Brauhaus. Das muss sein. Einfach so. Als Gag. Leberk\u00e4se, Haxen, K\u00e4ssp\u00e4tzle und weitere Klassiker guter deutscher K\u00fcche stehen au\u00dferdem noch auf der Karte. Apropos K\u00fcche: bad news f\u00fcr alle Fans amerikanischer Klassiker. Namibia ist eine komplett Mc Donalds freie Zone. <\/p>\n<p>Den Nachmittag wollen wir dann eigentlich gem\u00fctlich auf einer Campsite au\u00dferhalb von Swakopmund verbringen. Aber irgendwie m\u00f6gen wir das Ding nicht. Zu laut, weil zu dicht an einer Stra\u00dfe. Einige Kilometer weit raus in der W\u00fcste soll sich eine Mondlandschaft befinden. Und in der N\u00e4he auch Pl\u00e4tze zum Campen. Also hin. <\/p>\n<p>Die Mondlandschaft geh\u00f6rt in die mittlerweile fast schon allt\u00e4gliche Kategorie &#8222;Wow &#8211; aber kann man nicht wirklich fotografieren&#8220;. Wir versuchen es nat\u00fcrlich trotzdem. Aus reiner Neugierde folgen wir durch die schwarz-graue und vegetationsfreien Felslandschaft einem Hinweisschild &#8222;Goanikontes Oase&#8220;. Und wieder &#8222;Wow &#8211; aber &#8230;&#8220;. Pl\u00f6tzlich \u00f6ffent sich ein sattgr\u00fcnes Tal vor unseren Augen. Eine kleine von einer deutschen Familie betriebene Farm steht hier. Wir entscheiden hier zu \u00fcbernachten. Wie fast immer au\u00dferhalb von Etosha sind wir die Einzigen. Auspacken, Feuer anz\u00fcnden, Grillen.<\/p>\n<p>Dann schaut die Inhaberin noch bei uns vorbei. Obwohl schon in der 5. Generation hier lebend, spricht sie mit einem lustigen norddeutschen Akzent. Sie berichtet ausf\u00fchrlich von den M\u00fchen des Farmerdaseins. Fr\u00fcher, bevor die Regierung den wei\u00dfen Farmern das Leben schwer gemacht habe, sei vieles leichter gewesen. Au\u00dferdem seien die Neger respektvoller und zuverl\u00e4ssiger gewesen. Und so schlecht sei Hitler ja nun auch nicht. Immerhin habe er zun\u00e4chst einiges aufgebaut. Die Juden? Ach ja, ob das mit den 6 Millionen Toten wirklich so stimme? Wohl eher nicht. <\/p>\n<p>Wir sprechen die selbe Sprache. Und doch leben wir in v\u00f6llig unterschiedlichen Welten. <\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zugegeben, die runden Kulleraugen &#8211; insbesonders bei den Kleinen &#8211; sind herzzerrei\u00dfend s\u00fc\u00df. Und wenn sie mit ihren Flossen \u00fcber den Strand robben, ist das putzig. Doch diese Viecher stinken. Und zwar so was von erb\u00e4rmlich. Pelzrobben in Massen sind ein einziger Anschlag auf den Geruchssinn. Nur wenige Kiliometer s\u00fcdlich von Cape Cross liegt eine &hellip; <\/p>\n<p class=\"read-more\"><a class=\"readmore-btn\" href=\"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/blog\/gestank-disneyland-und-hitler\/\"><span>Read Article<\/span><span class=\"screen-reader-text\">  Read More<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[201],"tags":[216,218,217],"class_list":["post-1872","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-namibia","tag-campen","tag-hitler","tag-swakopmund"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1872","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1872"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1872\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1873,"href":"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1872\/revisions\/1873"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1872"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1872"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1872"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}