{"id":2226,"date":"2016-07-20T07:32:58","date_gmt":"2016-07-20T05:32:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/?p=2226"},"modified":"2016-07-20T08:15:58","modified_gmt":"2016-07-20T06:15:58","slug":"pussyfreie-zone","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/blog\/pussyfreie-zone\/","title":{"rendered":"Pussyfreie Zone"},"content":{"rendered":"<p>Als &#8222;Wurrgeng&#8220; bezeichnen die lokalen Aboriginies den Juli. Als kalte Jahreszeit. Zur Erinnerung: es herrscht hier zur Zeit tiefster Winter.<\/p>\n<p>Dementsprechend kratzen die Temperaturen morgens um 10 Uhr auch nur an der frostigen 30 Grad-Marke. Aber wir sind ja keine Pussies. Wir trotzen den widrigen Bedingungen, schl\u00fcpfen nur in Shirts, Shorts und Flip-Flops und fr\u00fchst\u00fccken drau\u00dfen vor unserem Camper.<\/p>\n<p>Um die Fingerchen vor dem Erfrieren zu sch\u00fctzen, umklammern wir zuweilen eine Tasse hei\u00dfen Kaffee. Das Wasser daf\u00fcr haben wir nat\u00fcrlich stilecht zuvor auf dem Lagerfeuer zubereitet. Also auf dem Gasherd im Camper. Doch das\u00a0w\u00fcrden nat\u00fcrlich nur \u00e4u\u00dferst kleingeistige Gem\u00fcter nicht als Lagerfeuer bezeichnen. Denen schleudern wir ein ver\u00e4chtliches &#8222;Pah&#8220; entgegen. So!<\/p>\n<p>\u00dcbrigens, auch der Himmel ist mal wieder absolut wolkenfrei. Und das nun schon seit 12 Tagen. Nat\u00fcrlich bedarf es einer gewissen mentalen St\u00e4rke, auch dies zu verkraften. Uns entlocken diese unwirklichen Rahmenbedingungen nat\u00fcrlich nur ein mildes L\u00e4cheln.<\/p>\n<p>Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck steigen wir in den Camper und verlassen den <a href=\"http:\/\/kakadu.com.au\/\">Kakadu Nationalpark<\/a>. Wir passieren ein kleines St\u00fcck noch vor sich hinkokelnden Waldes. Der wird hier zuweilen kontrolliert abgebrannt. Wir k\u00f6nnten jetzt nat\u00fcrlich einen der noch rauchenden Baumst\u00e4mme zum Grillen von ein paar St\u00fccken K\u00e4ngurufleisch nutzen.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich haben wir das Fleisch eigenh\u00e4ndig gejagt und erlegt. Also in einem vollklimatisierten Supermarkt. Aber das ist nur ein unwichtiges Detail am Rande. Doch so kurz nach dem Fr\u00fchst\u00fcck ist Grillen nat\u00fcrlich bl\u00f6dsinnig.<\/p>\n<p>Also fahren wir weiter. Vor wenigen Tagen noch sah Beate\u00a0ein h\u00fcbsches Foto. Irgendwo in oder auf diesem facebook oder wie das auch immer hei\u00dft. Interessiert uns ja eigentlich auch nicht so. Geh\u00f6rt zu diesem neumodischen Kram namens &#8230; Internetz. Wird sich sicher nicht durchsetzen.<\/p>\n<p>Wir sind ja mehr die haptischen Typen. Kein digitaler Schnickschnack. Zum Beispiel B\u00fccher. Ich sach immer: ich muss meinen Kindle anfassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Doch ich schweife ganz gegen meine sonstigen Gewohnheiten ein wenig ab. Wo war ich gleich? Ach ja, das Foto. Darauf ist ein junges M\u00e4dchen abgebildet, die auf einem Krokodilr\u00fccken reitet. Dazu der Text: &#8222;Ponies are for Pussies!&#8220;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2229\" src=\"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/ponies.jpg\" alt=\"ponies\" width=\"500\" height=\"373\" \/><\/p>\n<p>Genau so sehen wir das auch! Exakt aus diesem Grund haben wir ja auch gestern eine kleine Bootstour durch die Wetlands im Kakadu Nationalpark gebucht. Rund 100.000 Krokodile sollen hier leben. Also einfach mal auf eins draufh\u00fcpfen und &#8217;ne Runde reiten.<\/p>\n<p>Denn schlie\u00dflich hat jeder Australier so etwas mindestens 1x im Leben gemacht. Oder ist alternativ auf einem Hai gesurft. Oder hat sich eine Python um den Hals gelegt. Nat\u00fcrlich nur, um sich ein wenig vor der klirrenden Winterk\u00e4lte zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Dummerweise hatten wir ja die Bootstour zum Sonnenaufgang gebucht. Von wegen Romantik und so. Doch zu dieser fr\u00fchen Tageszeit schlafen die Crocs noch &#8211; glauben wir zumindest. Um das klar und deutlich zu formulieren: Wir h\u00e4tten also, wenn wir gewollt h\u00e4tten. Aber wir sind ja keine Tierqu\u00e4ler. Und keine Pussies.<\/p>\n<p>Mittlerweile sind wir raus aus dem Nationalpark und n\u00e4hern uns Darwin. Gnadenlose 200 Km haben wir heute zur\u00fcck gelegt. Quer durch das Outback. Wenn dann etwa jede halbe Stunde ein Fahrzeug entgegen kommt, erfordert eine solch heikle Situation nat\u00fcrlich ein H\u00f6chstmass an Konzentration und fahrerischem K\u00f6nnen. Das ist nicht jedem gegeben. Doch Diamanten entstehen bekanntlich nur unter Druck. Und so meistern wir auch diese Herausforderungen souver\u00e4n.<\/p>\n<p>Im Moment n\u00e4hern wir uns vorsichtig einem Wasserloch. Eingeweihte Australien-Kenner wissen: Billabong nennen Einheimische solche Wasserl\u00f6cher irgendwo Mitten im Outback. Nur wenige Meter von diesem Billabong entfernt lauern gleich zwei Krokodile. Wir sind extrem auf der Hut. Schlie\u00dflich k\u00f6nnten sie ja jederzeit \u00fcber den gut 3 m hohen Zaun um sich herum springen und &#8230; man muss da sehr sehr vorsichtig sein.<\/p>\n<p>So n\u00e4hern wir uns auch dem Wasserloch. Wenige Meter davor scheint sich eine Art Warnschild zu befinden. &#8222;Pool Area&#8220; oder so steht da drauf. Keine Ahnung was das bedeutet. Bestimmt wieder so ein lustiger Aussie-Slang, den niemand versteht. Wir werden das mal im Laufe des Nachmittags heroisch erkunden. Schlie\u00dflich sind wir ja keine Pussies.*<\/p>\n<p>*Achtung! Dieser Blogeintrag k\u00f6nnte Spuren von Ironie enthalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als &#8222;Wurrgeng&#8220; bezeichnen die lokalen Aboriginies den Juli. Als kalte Jahreszeit. Zur Erinnerung: es herrscht hier zur Zeit tiefster Winter. Dementsprechend kratzen die Temperaturen morgens um 10 Uhr auch nur an der frostigen 30 Grad-Marke. Aber wir sind ja keine Pussies. 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