{"id":2721,"date":"2018-09-21T10:53:37","date_gmt":"2018-09-21T08:53:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/?p=2721"},"modified":"2018-09-27T11:21:03","modified_gmt":"2018-09-27T09:21:03","slug":"mr-doti-und-mr-betty","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/blog\/mr-doti-und-mr-betty\/","title":{"rendered":"Mr. Doti und Mr. Betty"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1\"><strong><span class=\"s1\">Die folgenden Zeilen sind eine kleine Zusammenfassung vom 21. bis 27 September<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">\u201eSchei\u00dfe! Schei\u00dfe! Schei\u00dfe!\u201c Mein Handy ist weg. Wir stehen in dem sehr kleinen, aber weil neugebauten, schmucken Flughafen von Ampana am Gep\u00e4ckband und warten auf unsere Taschen. Das Handy sollte in der Tasche vorne im Rucksack stecken. Sollte. Wir finden es nirgendwo im Rucksack. Es muss noch im Flieger sein.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">In den steigen genau in diesem Moment neue Flugg\u00e4ste ein, denn die Propellermaschine wird in wenigen Minuten zur\u00fcck nach Paul fliegen. Ich st\u00fcrme die Treppe hoch Richtung Landebahn. Drei Sicherheitsleute wollen genaueres wissen. Ihr Englisch ist nur unwesentlich besser als die drei Worte, die ich auf indonesisch kann.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Zeichensprache, Walkie-Talkies werden gez\u00fcckt, nach einer gef\u00fchlten halben Ewigkeit darf ich in Begleitung eines Sicherheitsmitarbeiters den kurzen Weg \u00fcber die Landebahn zum startbereiten Flieger. Die mobile Treppe am hinteren Ende der Maschine hoch, rein in den Gang, kurz mit den beiden Stewardessen sprechen, die kein Handy gefunden haben, an den wieder neu besetzten Sitzreihen vorbei zur Gep\u00e4ckablage \u00fcber meinem Sitz. Nummer 2A, ganz vorne habe,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>\u2026 die Gep\u00e4ckablage durchsucht \u2026 den Boden rund um den Sitz in Augenschein genommen \u2026 die Ablagetasche am Sitz durchw\u00fchlt \u2026 nichts!<\/span><\/p>\n<p><strong><span class=\"s1\">Wut, \u00c4rger, Fassungslosigkeit<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Der Flieger muss los und ich soll die Maschine verlassen. Also wieder zur\u00fcck den ganzen Gang, aussteigen, die Treppe hinabsteigen, die Landebahn Richtung Flughafengeb\u00e4ude zur\u00fcckgehen. In der Hoffnung auf ein Wunder drehe ich mich nochmals um. Die Eingangst\u00fcre des Fliegers wird geschlossen. Wut. \u00c4rger. Fassungslosigkeit. Die Idee war ja, in diesem Urlaub m\u00f6glichst wenig Handys etc. zu benutzen. Aber gleich so? Da habe ich was richtig vermasselt.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Fast am Flughafengeb\u00e4ude angekommen br\u00fcllt pl\u00f6tzlich jemand hinter mir. Ich drehe mich um. Die Eingangst\u00fcre des Fliegers ist wieder ge\u00f6ffnet und eine Stewardess winkt. Die mobile Treppe wird wieder an die Eingangst\u00fcre geschoben, die Stewardess kommt mir auf halbem Weg entgegen und h\u00e4lt mein Handy in der Hand. Erneut bin ich fassungslos.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Wo das Handy war? Wer es gefunden hat? Warum es pl\u00f6tzlich wieder auftauchte? Keine Ahnung. Ich frage auch nicht, die Stewardess dr\u00fcckt mir mein Handy strahlend in die Hand und macht sofort wieder kehrt.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Im Flughafen am Gep\u00e4ckband wartet Beate. Eine Frau, die auch gut englisch spricht hat f\u00fcr sie einen Sicherheitsmitarbeiter angesprochen, der wiederum \u00fcber Walkie-Talkie die beiden auf dem laufenden hielt. Als ich die Treppe zum Gep\u00e4ckband runtergehe, wei\u00df sie schon, dass ich mein Handy wieder habe.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Am Flughafen sollen wir eigentlich abgeholt werden. Ein Mr. Doti soll uns zum Hafen bringen, in dem wir in einem kleinen Privatboot auf die Togian Islands zu unserer Unterkunft Kadidiri Paradise gebracht werden. Das Schnellboot zu unserem Ziel den Togian Island ist ja kaputt. Mr. Doti ist nicht da. Einige Mails mit einigen mir v\u00f6llig unbekannten Personen waren daf\u00fcr notwendig, um das Privatboot zu arrangieren.\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Ich rufe ihn an, habe mein Handy ja wieder, er geht dran und l\u00e4sst uns abholen. Wir werden in eine Unterkunft in Ampana gebracht. Mr. Doti begr\u00fc\u00dft uns l\u00e4chelnd. Der Preis f\u00fcr das Boot sei leider etwas gestiegen. Von umgerechnet etwa 80 auf knapp 100 Euro. Au\u00dferdem m\u00fcsse er noch das Benzin besorgen und es sei Freitag mittag, da w\u00fcrde der Bootsf\u00fchrer gerade beten. Die Abfahrt verschiebe sich also um ein bis zwei Stunden nach hinten. So etwas in der Art war zu erwarten. Wir nehmen es dementsprechend gelassen. Immerhin bleibt uns so gen\u00fcgend Zeit f\u00fcr ein Mittagessen, das wir in einer kleinen H\u00fctte direkt am Meer einnehmen. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Kurz vor 14 Uhr sitzen wir dann endlich im Boot. Es ist eines der hiesigen h\u00f6lzernen Langboote, gut 10 m lang, eine Beinl\u00e4nge breit und an beiden Seiten mit einem Bambusrohr als Ausleger zur Stabilisierung. Mit zwei Mann Besatzung und drei Indonesierinnen schippern wir f\u00fcr die n\u00e4chsten 4 Stunden \u00fcbers Meer und lassen uns vom Wellengang durchsch\u00fctteln.<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_2728\" aria-describedby=\"caption-attachment-2728\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-2728\" src=\"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/bootsfahrt-600x450.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/bootsfahrt-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/bootsfahrt-360x270.jpg 360w, https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/bootsfahrt.jpg 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2728\" class=\"wp-caption-text\">Vier Stunden \u00fcbers Meer<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Irgendwann kommen endlich die Togian Islands in Sicht, von \u00fcppigem Dschungel \u00fcberwucherte Vulkaninseln, kleinen, einsamen Sandstr\u00e4nden und ein paar H\u00fctten. P\u00fcnktlich zu unserer Ankunft im Kadidiri Paradise versinkt die Sonne \u201eangemessen dramatisch\u201c, wie Beate sagt, neben uns im Meer.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Die n\u00e4chsten Tage verbringen wir in einer auf Betonpfeilern errichteten h\u00f6lzerne Stelzenh\u00fctte im (!) Meer. Der Wohnraum hat etwa 30 qm und wenn wir nachts im Bett liegen, blicken wir aufs weite Meer und h\u00f6ren es 2 m unter uns sanft pl\u00e4tschern. Eine 4&#215;7 m gro\u00dfe Veranda inklusive H\u00e4ngematte und einem weiteren Bett kr\u00f6nt das Ganze. Von hier schauen wir nicht nur aufs Meer, sondern direkt auf die Korallen unter uns. Es ist in etwa so, also w\u00fcrden wir \u00fcber einem riesigen Aquarium wohnen. Im Grunde br\u00e4uchten wir noch nicht einmal zu schnorcheln, weil sich das leben in den Korallen direkt unter und vor uns abspielt.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang beginnt dann vor unseren Augen die Jagdzeit. Unz\u00e4hlige fliegende Fische springen immer wieder vor der Veranda fl\u00fcchtend aus dem Wasser, weil sie gerade bei gr\u00f6\u00dferen Fischen als Abendessen auf dem Speiseplan stehen. Seeschlangen suchen zwischen den Korallen nach was Essbarem. Kurz vor 18 Uhr folgen dann Sonnenunterg\u00e4nge aus der Rubrik Megakitsch Deluxe Superspecial Extended Hardcore Edition.<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_2722\" aria-describedby=\"caption-attachment-2722\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-2722\" src=\"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/sonnenuntergang-2-600x332.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"332\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2722\" class=\"wp-caption-text\">Kitschalarm<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Nach Sonnenuntergang geht die Jagd weiter. Vom dichten Dschungel bis zu unserer Haust\u00fcre sind es nur 3 m. Da bleiben einheimische G\u00e4ste nicht aus. So zum Beispiel Mr. Batty. Er wohnt in unserem Badezimmer oberhalb der Dusche an der Decke, h\u00e4ngt dort tags\u00fcber regungslos ab und freut sich offensichtlich nachts \u00fcber die Abwechslung im sonst aus Insekten bestehenden Nahrungsangebot. In der ersten Nacht pl\u00fcndert Mr. Batty ger\u00e4uschvoll unsere Chipst\u00fcte sowie eine Packung Kekse. Abgesehen davon st\u00f6ren Mr. Batty und wir uns nicht gegenseitig. Zumindest beschwert er sich nicht, wenn wir direkt unter ihm duschen.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><b>Falls ihr auch mal hier hin wollt:<\/b><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Ein paar Fakten f\u00fcr alle, die vielleicht auch mal eine Weile hier ohne allzuviel Strom, Internet, TV und Telefonnetz verbringen m\u00f6chten. Die teuerste Variante &#8211; die wir uns geg\u00f6nnt haben &#8211; kosten pro Nase am Tag inkl. Unterkunft, drei Malzeiten und Getr\u00e4nken etwa 30 Euro. Gegessen wird, was auf den Tisch kommt. Allerdings sind die Malzeiten wirklich ok. Sie Sonnenunterg\u00e4nge sind sind mit dem Pr\u00e4dikat Kitschalarm versehen. Wenn kein Wind weht, kann es auch Nachts hei\u00df sein. Wenn Wind weht, ist es ausgesprochen angenehm. Bezahlt werden kann hier mit Kreditkarte. Da es aber wie gesagt kein Netz gibt, muss man daf\u00fcr erst mit einem Boot am eine Stelle mit Netz fahren &#8211; kein Witz!<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">P.S.: Wir sind nach 6 N\u00e4chten auf Kadidiri heute am 27.09. auf eine andere Insel weiter gezogen. Deshalb k\u00f6nnt ihr das hier lesen :-). Aber dazu die Tage mehr.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die folgenden Zeilen sind eine kleine Zusammenfassung vom 21. bis 27 September \u201eSchei\u00dfe! Schei\u00dfe! Schei\u00dfe!\u201c Mein Handy ist weg. Wir stehen in dem sehr kleinen, aber weil neugebauten, schmucken Flughafen von Ampana am Gep\u00e4ckband und warten auf unsere Taschen. 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