{"id":3607,"date":"2023-06-14T10:26:19","date_gmt":"2023-06-14T08:26:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/?p=3607"},"modified":"2023-06-16T10:31:54","modified_gmt":"2023-06-16T08:31:54","slug":"multiple-orgasmen-oder-so","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/blog\/multiple-orgasmen-oder-so\/","title":{"rendered":"Multiple Orgasmen \u2013 oder so"},"content":{"rendered":"\n<p>Es ist stockduster um uns herum. Gerade mal 20 Uhr, doch das Licht unserer Stirnlampen durchdringen diese tiefe Dunkelheit noch nicht einmal im Ansatz. So dunkel es um uns herum ist, so laut ist es immer wieder mal. Grunz- und Brummlaute, als w\u00fcrden notgeile Bullen auf eine Kuhherde losgelassen, oder zumindest so \u00e4hnlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuweilen scheinen die Laute nur wenige Meter von uns entfernt in die Nacht gegrunzt zu werden. Es ist Hippo-Zeit. Jetzt steigen sie aus dem nur wenige Meter vor uns flie\u00dfenden Okavango und grasen die Vegetation ab. So ganz geheuer ist uns das Ganze nicht. Au\u00dferdem wird es langsam aber merklich sehr frisch. Die Temperaturen fallen im hiesigen Winter nachts gerne mal so rund um die Null-Grad-Grenze. Zeit, sich in unseren Camper zur\u00fcck zu ziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein paar warme Socken, Schlafshirts sowie 2 dicke Decken \u00fcbereinander sch\u00fctzen vor der aufziehenden K\u00e4lte. Dabei lassen wir gerne noch einmal den Tag Revue passieren. Um 16 Uhr haben wir uns in jeweils einem Einbaum-Kanu pro Schmitz meditativ \u00fcber den hier sanft flie\u00dfenden Okavango paddeln lassen. Ein paar h\u00fcbsch bunte V\u00f6gel hier, einige Seerosen da, die immer wieder erstaunliche Stille der Natur \u2013 alles easy.<\/p>\n\n\n\n<p>Pl\u00f6tzlich taucht etwa 25 m vor uns schnaufend ein Hippo auf. Wir be\u00e4ugen es, es be\u00e4ugt uns, unsere beiden Ruderer halten die Kanus nur ein, zwei Meter vom Flussufer entfernt. Das Hippo schwimmt bed\u00e4chtig zu unserer Rechten in vielleicht 20 m Entfernung an uns vorbei. \u201eHippos k\u00f6nnen sehr schnell schwimmen\u201c, meint mein Ruderer hinter mir. Ich wei\u00df nicht, ob er damit meinen erh\u00f6hten Pulsschlag in irgendeiner Weise wieder auf Normal-Level runterbringen wollte. Auch der darauf folgende Hinweis, Hippos seien Rudeltiere und k\u00e4men selten alleine, trug nicht wesentlich zu meiner Entspannung bei.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Hirn fuhr kurz Achterbahn, denn nat\u00fcrlich wusste ich Dank Vorbereitung, dass Hippos nach Moskitos f\u00fcr Menschen das zweitt\u00f6dlichste Tier Afrikas sind. Nat\u00fcrlich wusste ich, das Hippos als \u201eterritorial\u201c bezeichnet werden, sprich, sie versuchen alles zu killen, was sie ein bisschen nervt. Soll nochmal jemand sagen, Hardcore-Vegetarier w\u00e4ren friedlich. Also blickte ich mich auf der linken Uferseite sicherheitshalber nach B\u00e4umen mit gro\u00dfem Umfang um, hinter dem Beate, ich und ein Hippo im Zweifel eine paar Runden Ringelreihen spielen k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Bed\u00e4chtig gleiten wir am Ufer entlang, da erschienen tats\u00e4chlich insgesamt 6 weitere Hippos in Sichtweite. Mit den beiden Kanus steuern wir auf eine kleine Insel im Fluss zu, gehen an Land und behalten die ein bis zwei Steinw\u00fcrfe entfernten Hippos st\u00e4ndig im Auge. Diese Mischung aus leichter Nervosit\u00e4t, der Faszination, diese Tiere aus solcher N\u00e4he in der freien Wildbahn zu beobachten, das goldene Licht der Abendsonne und ja, auch ein Bier, sorgten f\u00fcr einen dieser unwirklich magischen Momente, f\u00fcr die wir nach Afrika gekommen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir lassen die Hippos an unserer Insel vorbeiziehen, warten noch ein paar Minuten und setzen uns dann wieder in unsere Kanus f\u00fcr den R\u00fcckweg. Weiterhin nah am Ufer entlang, der untergehenden Abendsonne entgegen, blicke ich immer noch euphorisiert in Richtung vor uns schwimmender Hippos, als pl\u00f6tzlich hinter einer kleinen Biegung 3 Elefanten nur wenige Meter vor uns am Ufer wassertrinkend auftauchen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"750\" src=\"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/BIRU-WP-20230614T180640GMT0200.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3611\" srcset=\"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/BIRU-WP-20230614T180640GMT0200.jpg 750w, https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/BIRU-WP-20230614T180640GMT0200-600x600.jpg 600w, https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/BIRU-WP-20230614T180640GMT0200-270x270.jpg 270w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich sach mal so: ich bin ja keine Frau und multiple Orgasmen sind bei M\u00e4nnern eher nicht so ein Thema. Aber so in etwa muss sich das anf\u00fchlen. Also grob. Ach, ich wei\u00df auch nicht, wie ich solche Augenblicke in angemessene Worte fassen soll. Was soll\u2019s. Anschlie\u00dfend werden wir in die untergehende Sonne gerudert. Klingt kitschig, ist es vielleicht auch, war aber trotzdem sehr geil. In diesem Sinne: gute Nacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist stockduster um uns herum. Gerade mal 20 Uhr, doch das Licht unserer Stirnlampen durchdringen diese tiefe Dunkelheit noch nicht einmal im Ansatz. So dunkel es um uns herum ist, so laut ist es immer wieder mal. Grunz- und Brummlaute, als w\u00fcrden notgeile Bullen auf eine Kuhherde losgelassen, oder zumindest so \u00e4hnlich. 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