{"id":3984,"date":"2026-04-18T14:07:00","date_gmt":"2026-04-18T12:07:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/?p=3984"},"modified":"2026-04-18T04:09:47","modified_gmt":"2026-04-18T02:09:47","slug":"tikal-tempel-und-t-rex-mit-bronchitis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/blog\/tikal-tempel-und-t-rex-mit-bronchitis\/","title":{"rendered":"Tikal: Tempel und T-Rex mit Bronchitis"},"content":{"rendered":"\n<p>Flei\u00dfige SchmitzeonTour-Leser wissen: Beate ist Team St\u00e4dtereise.<\/p>\n\n\n\n<p>Als braver Ehemann habe ich uns deshalb nach Cancun und Mexico City eine dritte Stadt ins Reiseprogramm organisiert: in Guatemala gelegen, \u00fcber 100.000 Einwohner, im Gro\u00dfraum sogar bis zu 1 Million, zahlreiche architektonische Meisterleistungen, tolle Tempel sowie politisches und kulturelles Zentrum. Viel mehr geht kaum.<\/p>\n\n\n\n<p>Ok, zugegeben.<br \/>Diese Angaben stammen von vor rund 1.200 Jahren. Heute finden sich dort maximal 1.000 Menschen am Tag ein. Au\u00dferdem ist das meiste von dichtem Dschungel \u00fcberwuchert. Aber darauf w\u00fcrden nur Kleingeister hinweisen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Rede ist von der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tikal\">Maya-Stadt Tikal<\/a>. Wer den Ort auf <a href=\"https:\/\/maps.app.goo.gl\/xc8VKqn7Rjz7Rgce9\">Google Maps<\/a> findet, sieht vor allem Gr\u00fcn. Sehr viel Gr\u00fcn. Denn die Tempelanlage liegt wirklich mitten im Dschungel. Der n\u00e4chste Ort, Flores, ist rund 60 km entfernt. Hier gibt es genau drei kleine Hotels. Sonst nichts.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir aus dem Fenster schauen, sehen wir vielleicht 30 Meter Wiese.<br \/>Danach beginnt der Dschungel. Und der h\u00f6rt die n\u00e4chsten 70 oder 80 Kilometer nicht mehr auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Dreimal t\u00e4glich gibt es Strom:&nbsp;von 8 bis 10&nbsp;Uh&nbsp;von 12 bis 14 Uhr&nbsp;und&nbsp;von 18 bis 21 Uhr. Immerhin.<br \/>Wobei diese Zeiten eher als grobe Orientierung zu verstehen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Donnerstagnachmittag (16. April) machen wir uns, die Mittagshitze und -schw\u00fcle hinter uns lassend, auf den Weg durch die Tempelanlage.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Dschungel ist zum Teil dicht. Richtig dicht. Keine Chance, auch nur zwei oder drei Meter in die B\u00fcsche zu verschwinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Akustik: Jurassic Park.<br \/>Das Klima: tropische Waschk\u00fcche.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wege sind naturbelassen, aber trotz vieler Wurzeln gut begehbar und zum Gl\u00fcck prima ausgeschildert. Nach gut 20 Minuten \u00f6ffnet sich der Dschungel pl\u00f6tzlich:<\/p>\n\n\n\n<p>Der Grand Plaza. Das einstige Manhattan des Dschungels. Zwei steil in den Himmel ragende Tempel-Skyscraper stehen sich hier seit Jahrhunderten schweigend gegen\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"520\" height=\"780\" src=\"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/CA845996-FB0D-48E2-81EB-D8758BA70620-520x780.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3989\" srcset=\"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/CA845996-FB0D-48E2-81EB-D8758BA70620-520x780.png 520w, https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/CA845996-FB0D-48E2-81EB-D8758BA70620-600x900.png 600w, https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/CA845996-FB0D-48E2-81EB-D8758BA70620-768x1152.png 768w, https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/CA845996-FB0D-48E2-81EB-D8758BA70620-180x270.png 180w, https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/CA845996-FB0D-48E2-81EB-D8758BA70620.png 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 520px) 100vw, 520px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201eIch habe G\u00e4nsehaut\u201c, meint Beate ehrfurchtsvoll.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Ort, der auch ohne WLAN, Mall und Starbucks beeindruckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir streifen noch eine ganze Weile durch die Anlage. Kaum Besucher, ganz viel Dschungel und \u00fcberwucherte Tempel mit kr\u00e4ftigen Indiana-Jones-Vibes.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nebenbei entdecken wir ein paar Br\u00fcllaffen (die \u201eBr\u00fcllis\u201c, wie Beate sie nennt) hoch oben in den B\u00e4umen, ein bunter Specht hackt rhythmisch ein Loch und ein Nasenb\u00e4r schn\u00fcffelt sich \u00fcber den Weg.<\/p>\n\n\n\n<p>Sonnenuntergang ist&nbsp;um 18:15 Uhr. Wir machen uns fr\u00fchzeitig auf den R\u00fcckweg, um uns nicht bei Dunkelheit durch den Dschungel schlagen zu m\u00fcssen. Au\u00dferdem schmerzt Beate die eine oder andere Blase an den F\u00fc\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach so viel Aktivit\u00e4t sind wir fr\u00fch im Bett.&nbsp;Um 21 Uhr&nbsp;ist es eh dunkel, weil keine Elektrizit\u00e4t. Bis, ja, bis wir&nbsp;gegen 2:30&nbsp;in der Nacht Zeugen einer intensiveren Br\u00fcllaffen-Diskussion werden. Die klingen, wie ein T-Rex mit schwerer Bronchitis. Und Megaphon.<\/p>\n\n\n\n<p>Um 4 Uhr&nbsp;fr\u00fch wollte ich eh raus, weil ich eine Sonnenaufgangstour gebucht habe. Um diese Uhrzeit liegt die Temperatur noch im erfreulichen Bereich unterhalb der 30-Grad-Marke.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Am Eingang zum Park finden sich daf\u00fcr rund 200 Fr\u00fchaufsteher ein. Die Guides mahnen zu Tempo. Denn das Ziel ist eine Plattform auf dem mit 64 m h\u00f6chsten der Tempel. Der wird, erstaunlich unpoetisch, einfach nur als Tempel IV bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings habe ich Idiot mein Ticket nicht dabei. Kein Ticket, keine Sonnenaufgangstour.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich stapfe ziemlich w\u00fctend auf mich selbst zur\u00fcck Richtung Hotel. Am liebsten w\u00fcrde ich im Chor der weiterhin aktiven Br\u00fcllis mit einstimmen. Ein H\u00f6chstma\u00df an Beherrschung sowie meine gute Erziehung lassen mich jedoch schweigend fluchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne Guide darf man erst&nbsp;ab 6 Uhr&nbsp;in die Tempelanlage.&nbsp;Um 5:45 Uhr&nbsp;stehe ich am Eingang. Die W\u00e4chter lassen mich schon rein, w\u00e4hrend sie gen\u00fcsslich Kaffee schl\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Wut legt sich schnell. Niemand, absolut niemand ist mit mir unterwegs. Sogar der Grand Plaza, die Hauptattraktion, ist menschenleer. F\u00fcr einen langen Moment erfasst pure Magie all meine Zellen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Erst kurz vor dem Sonnenaufgangs-Tempel IV kommen mir zahlreiche Touristen mit ihren Guides entgegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Alleine besteige ich die handgez\u00e4hlten 210 Stufen eines Holzger\u00fcsts steil hoch auf die Aussichtsplattform von Tempel IV.<\/p>\n\n\n\n<p>Niemand da. Keine Seele. Vor 30 Minuten ist die Sonne aufgegangen. Liebend gerne w\u00fcrde ich jetzt was von mystische Erfahrung oder so texten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Doch alles was ich sehe ist Nebel. Eine wei\u00df-graue Suppe durchzieht das Dschungeldickicht. Keine 50 m Sichtweite. Die noch immer dicht \u00fcber dem Dschungel aufsteigende Sonne wirkt nur milchig gelb. Ein paar V\u00f6gel singen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wie bezeichnet man eigentlich Fachleute f\u00fcr Nebel? Nebulogen? Ich wei\u00df es nicht. Die h\u00e4tten hier aber sich sehr viel Freude.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich nicht so. Vielleicht bin ich einfach nur ignorant, keine Ahnung. Doch wenn ich die Augen schlie\u00dfe, ist das hier nur eine Dampfsauna mit V\u00f6gelgezwitscher.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Vorstellung, dies mit 200 weiteren Touristen teilen zu m\u00fcssen, macht es nicht besser. Ich h\u00e4tte denen einfach nur Sauerstoff weggeatmet. So gesehen bin ich \u00fcber meine Idiotie mit dem Ticket sehr froh.<\/p>\n\n\n\n<p>Anschlie\u00dfend erkunde ich noch Bereiche und Tempel, die wir gestern nicht besucht haben. In 3 Stunden begegnen mir nur eine Handvoll Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Irgendwann f\u00e4llt mir der Begriff&nbsp;\u201eWaldbaden\u201c ein.&nbsp;Ok, es ist auch jetzt schon am fr\u00fchen Morgen ein hei\u00dfes Bad. Egal.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich schlendere gen\u00fcsslich zur\u00fcck ins Hotel. Beate schlummert noch friedlich im Bett. Vielleicht tr\u00e4umt sie dabei schon von der n\u00e4chsten St\u00e4dtereise.<\/p>\n\n\n\n<p>Spoiler: die n\u00e4chsten 2 Ziele sind Inseln :-)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Flei\u00dfige SchmitzeonTour-Leser wissen: Beate ist Team St\u00e4dtereise. 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