{"id":852,"date":"2011-05-13T12:16:25","date_gmt":"2011-05-13T10:16:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/reise\/das-ende-der-welt\/"},"modified":"2011-05-13T13:22:17","modified_gmt":"2011-05-13T11:22:17","slug":"das-ende-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.all-about-schmitz.de\/wordpress\/blog\/das-ende-der-welt\/","title":{"rendered":"Das Ende der Welt"},"content":{"rendered":"<p>Und wiedereinmal hat mich J\u00f6rg an&#8217;s Ende der Welt verschleppt. &#8222;Mar Tranquilidade&#8220;. Ein euphorisch besprochenes Kleinod im Westen der Insel Santo Antao. Was ihr hier lest ist die Abschrift des &#8222;von Hand&#8220; &#8211; Eintrags in das fr\u00fcher \u00fcbliche Reisetagebuch. Am Abend unserer Ankunft erschien mir das die einzig m\u00f6gliche Dokumentationsform zu sein, da es hier nur abends ab 18 bis 23 Uhr und mittags von 11 &#8211; 13 Uhr Strom gibt.  Internet l\u00e4uft hier maximal mit 28k (kein Scherz). <\/p>\n<p>Die Fahrt hierher war spektakul\u00e4r. Am Hafen auf der Insel angekommen gab es erst Missverst\u00e4ndnisse bez\u00fcglich der Nullen hinter dem geforderten Bef\u00f6rderungspreis. Preise schreibt man hier so: 700$00. Das sind nicht ganz 7 Euro &#8211; es sei denn man interpretiert das auf die Hand gemalte Preisschild falsch und kommt auf 70 erstaunliche Euro. Was n\u00e4her betrachtet ja auch wieder Quatsch ist ;-). <\/p>\n<p>J\u00f6rg und der Reisef\u00fchrer hatten in Bezug auf die zu erwartenden Strapazen bei der Anreise vorgewarnt &#8211; ich hatte deshalb Schreckliches erwartet. Zun\u00e4chst war aber alles supereasy. Gut die erste H\u00e4lfte der 22 km-Strecke \u00fcber die Berge bis hoch auf 1500 m war locker. Ein paar Serpentinen. Spektakul\u00e4re Ein- und Ausblicke auf Meer, Berg und Tal. Genial. Dann teilt sich die Piste. Und wir fahren die zweite H\u00e4lfte der Strecke auf einem miesen Wanderweg wieder 1500 H\u00f6henmeter hinab. Zum Gl\u00fcck sitzen wir mit 2 jungen M\u00fcttern mit Baby im Innenraum des umsichtig gesteuerten Pickups. Man kann die Fahrt auch auf der Au\u00dfenbank eines hiesigen Aluguers erleben. Nach einer Ewigkeit und viel Gehoppel  sehen wir noch viele H\u00f6henmeter unter uns ein paar mehr oder weniger bunte H\u00e4uschen in der N\u00e4he eines schwarzen Strandes. Drei ungewollte Kopfst\u00f6\u00dfe und endlose Kurven und Schlagl\u00f6cher sp\u00e4ter sind wir endlich unten auf Meeresh\u00f6he angelangt. Das erste was ich sehe ist ein riesiges schwarzwei\u00dfes Schwein das schnell vom Weg trabt. Unserem h\u00e4llischfr\u00e4nkischen garnicht un\u00e4hnlich. Halluzinationen? Nein Dorfidylle.  <\/p>\n<p>Nach der Ankunft bin ich ziemlich durch den Wind und freunde mich mit der als &#8222;authentisch&#8220; beschriebenen Behausung erstmal nicht sofort an. Das Zimmer ist mittelgro\u00df hat kleine Fenster, zwei T\u00fcren und eine kleine Nasszelle. \u00dcber dem Bett ist ein gro\u00dfes Moskitonetz angebracht. <\/p>\n<p>Moskitonetz bedeutet auch immer das reichlich Getier in der N\u00e4he sein muss &#8211;  das hab ich gelernt auf Reisen mit J\u00f6rg ;-). <\/p>\n<p>Beim ersten mal dachte ich noch: &#8222;oh wie romantisch.&#8220; Nachts beim Geschwirr und Gewusel der ganzen Viecher wurde mir dann schnell klar, dass das Netz sinnvoll und nicht nur h\u00fcbsch ist. Aber das war damals vor 11 Jahren in Laos in einem \u00d6ko-Ressort. Und da gab&#8217;s auch handgro\u00dfe Spinnen und Fr\u00f6sche auf der Klobrille. <\/p>\n<p>Die Leute hier im &#8222;Mar Tranquilidade&#8220; sind auch sehr \u00d6ko. Das verr\u00e4t uns die zur Pflichtlekt\u00fcre ausgelegte in Plastikfolien eingepackte Begr\u00fc\u00dfungsbrosch\u00fcre. Wer Insektenspray benutzt um die Bude ameisenfrei zu gasen kann des Hauses verwiesen werden. J\u00f6rg packt seine Neuanschaffung deshalb besser nicht aus. Er hat in Mindello tats\u00e4chlich ein Insektenspray gekauft weil es keine M\u00fcckenklatschen gab. <\/p>\n<p>Kurz und gut: es h\u00e4lt sich mit den Viechern in Grenzen bisher. Ameisen sind zwar etwas zahlreich und l\u00e4stig beim rumsitzen auf den M\u00e4uerchen hier &#8211; lassen sich aber von einem Spr\u00fchsto\u00df Autan m\u00fchelos von anderen Trampelpfaden \u00fcberzeugen.  <\/p>\n<p>Zum Ort hier: vielleicht 500 Einwohner &#8211; Fischerboote und H\u00fchner mitgez\u00e4hlt. Keine &#8222;No Stress&#8220; L\u00e4den. Das einzig aufregende hier: die Brandung am Strand nimmt fast unsere sicher geglaubten Klamotten mit. Und ab und zu f\u00e4llt  mit viel Sinn f\u00fcr Dramatik eine von uns liebevoll &#8222;Killerschote&#8220; genannte Baumfrucht von oben auf die Esstische der Terrasse. <\/p>\n<p>Die ersten beiden Tage find ich sehr : &#8222;naja&#8220;. Ich bin keine &#8222;Naturliesel&#8220;. Ich entspanne mich besser im Liegestuhl als auf Steinmauern. Die Ameisen und sonstigen Bl\u00fctenkr\u00fcmel die st\u00e4ndig aus den schattenspendenden B\u00e4umen rieseln, machen mich ein wenig kribbelig. Aber abends wird&#8217;s auch mir hier idyllisch ums Herz. Wir sitzen auf der Terrasse und warten mit einem Sundowner in der Hand auf den allabendlichen Sonnenuntergang. Wir fallen nach dem wirklich leckeren Abendessen um 20 Uhr ins Bett bis uns morgens um 4 die Dorfh\u00e4hne wieder wachkr\u00e4hen. <\/p>\n<p>Highlight des Aufenthalts: ein Bootsausflug zu einem feinsandigen Lavasandstrand mit anschlie\u00dfender kleiner Wanderung zum n\u00e4chstgelegenen weiteren Ende der Welt: Monte Trigo. R\u00fcckfahrt mit live Fischausnehmshow und ungelenkigen Bootseinsteigeaktionen meinerseits.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und wiedereinmal hat mich J\u00f6rg an&#8217;s Ende der Welt verschleppt. &#8222;Mar Tranquilidade&#8220;. 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