Cancun Sargassum.

Cancun Sargassum.

Bin mir noch nicht sicher mit der Überschrift. Auf jeden Fall ist sie aktuell. Seit ich unser Reiseziel 2026 akzeptiert habe, beobachte ich auf instagram, wie der fleißige Mexikaner mit den angeschwemmten Braunalgen (Sargassum) zwischen Cancun und Tullum kämpft. „Vor allem wegen des Springbreaks“ war da zu lesen, vermutlich eine sehr einträgliche touristische Phase. Beides eine Art unschöne Häufung, aber nur die Pflanzenmenge ist eine Ursache des Klimawandels. Die steigende Temperatur des Meeres begünstigt das Wachstum und deshalb haben wir jetzt den Braunalgensalat.

Apropos Temperatur: Ich wache auf wie eine mindestens 60-Jährige nach einem langen Flug und einer schlecht geschlafenen Nacht. Verpeilt. Grummelig. Noch nicht ganz da. Der Göttergatte zeigt keine Verschleisserscheinungen. Trotz karibischer Schwüle um die 30 Grad und viel zu heller Sonne morgens um 7 Uhr schmiedet er schon die ersten Tagespläne. Während ich noch versuche auf Betriebstemperatur zu kommen.

Der gestrige Flug steckt mir schon noch schwer in den Knochen.

Merker: Ab 6 Stunden Flugzeit am Stück werde ich ungeduldig und hacke dann solche Texte ins Smartphone:

Spüre meine Sitzhöcker, Und auch sonst tut alles weh. Die Frau schräg vor mir spürt schon länger nix mehr. Sie schaut seit 6 Stunden nonstop Traumschiff. Gerade singt Oskar Schifferle für Inga Bause. Wir sind im Landeanflug auf Cancun. Sonnenuntergang. Der erste Offizier prophezeit warme 27 grad. Heide Keller verabschiedet Gaste und Siegfried Rauch braust mit der Harley durchs Bild. Irgendwo in meinem Hirn sind all diese unnützen Informationen gespeichert. Herr Schmitz würde irgendwas mit Synapsen schreiben. Ich zweifle, dass auf meinen Ganglien noch viel Strom ist. In Frankfurt ist es jetzt 2:21 Uhr früh. Die Sonne geht dramatisch auf der falschen, der anderen Flugzeugseite unter. Spätestens in 12 Stunden habe ich vergessen, dass der Flug lang und anstrengend war. Vermutlich tun die Fluggesellschaften was in den Kaffee, damit man das so schnell wieder vergisst. Sonst würde ja keiner mehr fliegen?

Ja die 12 Stunden sind dann jetzt auch schon fast vorbei. Und mein Kopf brummt immer noch. Ich liege am Pool, höre die Wellen rauschen, das tun sie trotz der Algen. Jetzt kommt ein Traktor um bei der Beseitigung zu unterstützen. Jörg macht sich auf um seine neueste Errungenschaft, eine Badehose mit wasserdichter Hosentasche auszutesten. Vielleicht hilft er aber auch beim Reinigen des Strandes.

Ich rufe zum heutigen Kulturstreik auf. Kultur bezog sich hier auf anstrengende Aktivitäten wie Besichtigung von den reichlich vorhandenen Maya-Überresten.

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