Mit Beste nach Mexico City

Mit Beste nach Mexico City

„Welche Stadt entspricht deinem Charakter?“ Diese Frage poppte zuletzt irgendwo bei einer dieser ungemein seriösen Tests im Web auf. Als ebenso verführbares wie williges Clickbait-Opfer beantwortete ich brav nach bestem Wissen und Gewissen alle Fragen. Und was kam heraus? Mexico City.

Ich bin mir nicht mehr sicher, warum und wieso. Vielleicht finde ich es im Laufe der nächsten Tage in Mexico City heraus.

Zum Glück kam nicht Cancun als Antwort. Die endlos am Strand nebeneinander aufgereihten Hotelburgen wirken wie ein zubetoniertes Geschäftsmodell mit Meerblick. Eine Disneyland-Variante von Urlaub. Touristische Massentierhaltung am All-Inclusive-Trog. Immerhin, denkt man sich die Braunalgenteppiche weg, die Beate gestern schon beschrieb, bleibt der Blick über die Weite des Meeres wirklich großartig.

Ihr ahnt es: wir sind und werden keine Fans. 

Jetzt aber der Blick nach vorne: Mexico City. Bei der Buchung unserer Flüge ist mir ein kleiner Fehler unterlaufen. Statt Beate habe ich „Beste“ als Vornamen meiner Frau angegeben. 

Die Buchstaben a und s liegen halt auf der Tastatur eng nebeneinander. Außerdem stimmt das mit „Beste“ ja auch. 

Um dem für gewöhnlich etwas faden Check-in am Flughafen-Schalter ein bisschen landestypische Würze zu verleihen, habe ich Beate/Beste nix gesagt. Sie hat es beim flüchtigen Blick auf die E-Bordkarten im Wallet auch nicht bemerkt. Ebenso wenig wie dann auch die Angestellte beim Check-in und den weiteren üblichen Kontrollen im Flughafen #hehe

Nennen wir die Umwandlung des Vornamens in ein Superlativ einfach agiles Identitäts-Management. Das klingt wesentlich professioneller als mit den Wurstfingern auf der Tastatur ausgerutscht.

Vermutlich passt das mit Beste ganz gut. Wir fliegen jetzt in eine 23-Millionen-Einwohner-Metropole, die das Beste an Neugier, Gelassenheit und möglicherweise auch Magenverträglichkeit von uns fordert.

Update: die Zeilen oberhalb habe ich am Flughafen Cancun verfasst. Wir hatten dort ausreichend Zeit, weil der Flieger verspätet war. Mittlerweile sind wir in Mexico City im Stadtteil Roma Norte. Nach einem ersten längeren Spaziergang durchs Viertel meinte Beate begeistert: „Wow, sowas hatten wir noch nie. Können wir nicht einfach bleiben?“

Das Beste halt. Warum und wieso? Fortsetzung folgt. Continuará.

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