Die ältesten Backpacker der Welt
Der Abschied von Caye Caulker nach 5 Nächten, fällt vor allem wegen unserer echt schnuckeligen Unterkunft schwer. Da hatte Jörg etwas richtig nettes ausgesucht.
Auf der Insel teilte sich das touristische Publikum in um die 25-Jährige mit etwa 60 Prozent und etwa 40 Prozent 50Plus. Auf unserer Weiterreise nach Bacalar (Mexico) wurde der Anteil der Älteren dann wieder sehr klein. Also nur wir Beide. Die restlichen Busfahrer ab Belize-City waren alle vielleicht grad mit dem Studium fertig.
Wir hatten wie üblich vorher über googlemaps mal eine Anfrage gestartet, wie lange man denn braucht von Caye Caulker über Belize-City nach Bacalar. Die geschätzten 5 Stunden schienen uns gut machbar, zumal die Busse hier ganz ok klimatisiert sind. Unser Bus ist riesig. Ein normaler Reisebus, Insassen etwa 12-14 Leute. Wir können noch bequem die Seite tauschen, als uns die Sonne durch die Scheibe etwas zu sehr nervt.
Nach etwa 2,5 Stunden erreichen wir gut gekühlt die Grenze von Belize. Wir kennen das schon von Guatemala: alle aussteigen! Also alle ausgestiegen. Erstmal Schlange stehen. Eine Kasse ist geöffnet. Und die Dame mit dem Computer hat es nicht eilig. Ich unterhalte mich mit einem dringend gewordenen Toilettengang.
Diese Prozedur hinter uns, müssen die Daten von einer weiteren Dame von Hand in eine Liste eingetragen werden. Danach wird alle an einem weiteren Schalter nochmal geprüft, die Ausreise per Stempel im Pass vermerkt, und dann ist auch schon fast eine Stunde rum. Wir steigen wieder in den Bus um nochmal einen Kilometer bis zur Einreise nach Mexiko zu fahren.
Angekommen erwartet uns ein ähnlicher dreistufiger Prozess. Allerdings haben sich die Kollegen des großen Nachbarlandes noch ein paar Schikanen mehr ausgedacht: Wir müssen ein zweiteiliges langes Formular ausfüllen. Außerdem bittet man uns die Gebühr mit Karte zu entrichten, da der Betrag so krumm ist, dass leider nicht genügend Kleingeld zum rausgeben vorrätig ist. Erschwerend kommt hinzu, dass der Parcour für die 3 Schalter sich wild im Raum verteilt. Achja, wir mussten auch unser ganzes Gepäck diesmal mitnehmen. Ja es wird gefilzt. Auf Früchte. Und auch ein Scanner ist noch im Spiel.
Die Sonne steht eine weitere Stunde später schon sehr tief. Wir schwitzen im goldenen Licht. Es wird ein wenig gewitzelt. Aber Aufregen tut sich keiner.
Wir sind auch nur noch verwundert, dass wir eine halbe Stunde vor unserem Ziel nochmal alle in einen kleineren Bus verladen werden. Die Wartezeit wird sogar mit einem Freibier Angebot verkürzt.
Irgendwann so gegen 20:30 Uhr, nach etwa 9 Stunden Reisezeit für 216 km zu Wasser und zu Lande, steigen wir hier an einem trubeligen Marktplatz in Bacalar, Mexiko geplättet aus dem Bus.
Einige unserer jungen Mitreisenden, planen die Weiterfahrt mit einem anderen Bus. Ich bin froh, dass ich zu alt bin, und mich nach ein paar leckeren Tacos mit dem Taxi ins Hotel fahren lassen darf.
