Kolibris, Krokodil und Kuschelrochen

Kolibris, Krokodil und Kuschelrochen

Ja die Überschrift ist ein klein wenig Click-baitig. Aber hey, so ist das Geschäft mit der Aufmerksamkeit. Apropos, der aufmerksamen Leserschaft ist sicher aufgefallen, dass wir zwei Tage nix gebloggt haben. Wir kommen langsam in Urlaubsmodus und werden ein bisschen faul. Und wir hatten dazwischen einen etwas längeren Reistag. Aber jetzt der Reihe nach:

Die Reiseleitung hatte zum Abschied in Tikal noch einige Minuten auf unserer Hüttenterrasse geplant. In der Morgensonne. Mit gepackten Koffern. Im Stillen drauf hoffend, dass die am Vorabend gesichteten Kolibris (!) noch einen Abschieds-Snack am Baum vor unserer Behausung nehmen. Um 9:30 wars soweit. Der/die Kolibri schwebte heran und nippte 2 m vor unseren Augen an der Blüte. Und wir haben uns gefreut.

Anschließend ging es dann nach Isla de Flores. Dem Insel-Instagram-Städtchen, dass schon instagramtauglich war, bevor Instagram existierte. Hier war eine Übernachtung geplant, um den nächsten Reisetag nach Belize etwas zu entzerren.

Flores war das erste, sehr mit jungen Backpackern geflutete, Örtchen auf der bisherigen Tour. Flores hat einen Flughafen, eine Mall und mehrere amerikansiche Fastfoodketten.

Im Städtchen selbst – ist aber alles so wie es sein soll. Kleine Lädchen, verwinkelte Gassen. Wir setzen uns in ein kleines nettes Café mit Terrasse über dem See und trinken leckere Fruchtlimonade und knabbern an lustigen Waffeln. Wir heben den Altersschnitt der Kundschaft gewaltig, aber daran werden wir uns in den nächsten Stunden ein wenig gewöhnen. Denn auch auf, der nicht ganz trivial zu planenden Tour nach Caye Caulker in Belize, sitzen wir unter lauter 25-jährigen Backpackern im Minibus.

Es war ein langer Reise-Tag, vor dem ich ein wenig Respekt hatte, da mein gereizter Darm sehr gerne eine Toilette in der Nähe weiß. Sechs Stunden Busfahrt, und dann nochmal eine Stunde mit der Fähre können lang sein. Alles ging gut und wir kamen Sonntag gegen 15 Uhr auf Caye Caulker an. Mit einer knallvollen Fähre. Wohl eine bunte Mischung aus Backpackern, Einheimischen die zum Feiern wollten und uns.

Angekommen ging es erstmal „slow“ mit dem Gepäck, kann aber auch sein, dass ich einfach müde und schwitzig war. Aber: „Go slow“ ist das Motto der Insel. Ich halte das für einen Marketing-Gag, weil am Sonntag ist hier gar nix slow. Da ist hier jede Menge los. Die engen Sandwege sind gut gefüllt mit Einheimischen und Touris. Allesamt meist nur in Badeklamotten. Ein wenig musste ich mich dran gewöhnen.

Im Golfcart (Autos sind verboten) lassen wir uns zum anderen Ende der Insel bringen, wo das von der Reiseleitung ausgesuchte Apartment liegt: Sea Dreams Hotel. Es ist wirklich ein kleiner Traum. Unser Apartment ist groß, hat zwei Schlafzimmer und eine Küche, und es ist herrlich kühl, da die Klimaanlage in der Küche bollert. Ein Traum mit lila Wänden und riesigen bunten Fischgemälden an den Wänden. Dickes Lob an die Reiseleitung.

Nach einer kurzen Abkühl-Pause erkunden wir noch die trubelige Insel, versuchen an einem beliebten Grill-Stand was zu essen, was uns nicht gelingt, da die Warteliste lang ist. Wir verziehen uns in ein „normales“ Lokal und verschieben den Street-Barbecue-Tag auf den weitaus weniger trubeligen Montag.

Die Sonne geht hier um 18:15 unter. Mit aller Dramatik die man so braucht. Wir wohnen auf der richtigen Seite der Insel, also können wir dies vom Hoteleigenen Dock aus verfolgen.

Am heutigen Tag ist die Beruhigung und Beobachtung meiner Verdauungssituation die Hauptaufgabe gewesen. Wir haben die Insel erkundet und uns mit der hiesigen Tierwelt angefreundet. Jörg hatte ein Erlebnis mit einem Tarpon, ein Fisch der mir bisher nicht bekannt war. Aber er ist wohl in Anglerkreisen eine Art Trophäe, da er sich sehr stark wehrt wenn er mal an der Angel hängt. Kein Wunder bei eine Länge von bis zu 2,5 m und über 150 kg Gewicht.

Jetzt hat Jörg nicht geangelt, sondern wollte das liebe Tier nur mit kleinen Fischchen füttern. Die Kraft von dem Vieh hat er aber doch zu spüren bekommen. Da war ihm das Krokodil einen Querweg weiter doch irgendwie wohler gesonnen.

Zur Mittagszeit haben wir nach einem kurzen Imbiss dann ein wenig die Frische Zimmerluft genossen, ein wenig geplanscht um unsere Schnorchelmasken nochmal zu testen, um dann zum absoluten Höhepunkt des Tages zu kommen: Den Kuschelrochen. Neben der Fütterung der Kampffische gibt es hier noch ein weiteres von Tierschützern argwöhnisch beäugtes Tier-Event. An einem flachen Strandstück hat man Rochen „angefüttert“ und sie kommen jeden nachmittag wieder.

Und Leute, das ist schon cool. Man steht 20 cm im Wasser und die Rochen flubbern da gemütlich um die Beine der Rochen-Freunde rum. Das ist ein sehr surreales Erlebnis. Sie wirken dabei sehr entspannt und ich könnte da ewig stehen und kucken. Dort schwimmen 30 Rochen um vielleicht 60 Beine, und wenn sie ein elegante Kurve um deine Beine nehmen und dich berühren, dann streicheln sie dich wie das gute Vileda Waschleder.

Die Reiseleitung hat etwas erstaunt gekuckt, als ich meinte : „Jetzt können wir heimfahren“, ich hab sie gesehen :-).

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